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10 gute Gründe, auf deine Bedürfnisse zu achten…

10 gute Gründe auf deine Bedürfnisse zu achten

Bedürfnisse bilden eine wichtige Grundlage für unser Wohlbefinden. Sind sie erfüllt, fühlen wir uns wohl. Sind sie es nicht, zieht das unangenehme Gefühle nach sich. Das alleine sind gute Gründe, achtsam auf Bedürfnisse zu sein.

Die Erkenntnis über den Zusammenhang von Gefühlen und Bedürfnissen war für mich eine der wichtigsten in meinem Leben – auch wenn es auf den ersten Blick sehr einfach und logisch klingt. Nun, was funktioniert, ist immer einfach.

Als ich anfing, mich mit meinen Bedürfnissen zu beschäftigen, erkannte ich recht bald, dass ich oft gar nicht wusste, welche Bedürfnisse es in mir gab.

Mir fehlen die Worte… ich habe die Worte nicht…

Diese Textzeile von Tim Benzko beschreibt diesen Zustand sehr gut. Ich erinnere mich noch, dass dieses Lied mich sehr berührt hat, als ich es zum ersten Mal hörte. Wie er es singt, hatte auch ich für meine Gefühle und Bedürfnisse noch keine Worte gefunden. Ich konnte sie umschreiben aber nicht benennen. Meine Angst vor Ablehnung war damals noch groß und ich fühlte mich unbeholfen im Umgang mit Gefühlen und Bedürfnissen. Ich hatte es schlichtweg nicht gelernt.

Also begann ich, meine Bedürfnisse zu erforschen. Das war ein bisschen wie Vokabeln lernen. Manche Vokabeln konnte ich mir gut merken, andere vergaß ich immer wieder. Und diejenigen, die ich vergaß, sind aus heutiger Sicht die Schlüssel für mein Wohlbefinden.

Bedürfnisse, die uns unangenehm sind, brauchen Akzeptanz und Annahme.

Die Bedürfnisse, mit denen ich mich so schwer tat, waren diejenigen, die ich verleugnete. Ihnen gegenüber empfand ich Scham. So nahm ich mir jedes einzelne Bedürfnis vor und beleuchtete es von allen Seiten. Dabei erkannte ich, dass…

  • ich manche Bedürfnisse negativ bewertete.
  • ich sie mir nicht erlaubte, weil mein Ego sich damit zu bedürftig empfunden hätte.
  • mir die damit verbundenen Gefühle Angst machten.
  • ich mich damit verletzlich und angreifbar fühlte.
  • ich genau davor Angst hatte, wie der Teufel vor dem Weihwasser.

Mit der Zeit fand ich gute Gründe, mir diese Bedürfnisse zu erlauben und mich für ihre Erfüllung zu engagieren.

10 gute Gründe, auf deine Bedürfnisse zu achten

Diese Gründe habe ich hier für dich festgehalten. Sie sind die Basis für gesunde Beziehungen – vor allem für die zu sich selbst. Es ist nicht so, dass dieses Wissen nicht schon in uns wäre. Es tut einfach gut, immer wieder einmal daran erinnert zu werden. Hier nun die guten Gründe, die ich herausgefunden habe:

1. Du erkennst deine Grenzen.
Jeder Mensch hat Grenzen – körperliche, emotionale, geistige und soziale. Werden diese Grenzen überschritten, wird es unangenehm. Greift etwa jemand in deinen persönlichen Raum ein, ist das unangenehm. Ein gutes Beispiel sind die „Warteschlangenfolger“, die einem an der Supermarktkasse mit leichter Alkoholfahne in den Nacken hauchen oder mit dem Einkaufswagen in die Hacken fahren. In diesem Moment meldet sich das Bedürfnis nach ausreichendem Raum. Durch das unangenehme Gefühl weißt du, dass dieses Bedürfnis gerade nicht erfüllt und eine Grenze erreicht ist.

Eine Grenze erkennst du daran, dass etwas unangenehm ist. Klick um zu Tweeten

Mir wäre es auch lieber, wenn ich Grenzen ohne unangenehme Gefühle erkennen könnte. Bisher ist mir jedoch nur gelungen, mich so gut zu kennen und meine Bedürfnisse zu achten, dass diese Gefühle nicht allzu lange bleiben.

2. Du bist mit dir in Kontakt.
Wenn du deinen Bedürfnissen erlaubst da zu sein, spürst du dich und nimmst deine innere Wahrheit wahr. Du erkennst deine Menschlichkeit und verstehst dich besser. Er wird für dich leichter nachvollziehbar, warum ein bestimmtes Gefühl da ist. Wenn du dich dafür nicht bewertest, sondern es als etwas ganz Menschliches anerkennst, bist du mit dir in einem wohlwollenden Kontakt.

3. Du weißt, was du brauchst.
Wie eingangs gesagt, fühlst du angenehme Gefühle, wenn deine Bedürfnisse erfüllt sind. Deine unangenehmen Gefühle sind mit dieser Erkenntnis nun deine Freunde. Denn nun weißt du, dass ein unerfülltes Bedürfnis darunter liegt. Wenn du das herausgefunden hast, bist du einen wichtigen Schritt weiter. Du weißt, was du brauchst, um dich wohl zu fühlen – die optimale Voraussetzung für ein glückliches Leben.

4. Du findest Wege, dir deine Bedürfnisse zu erfüllen.
Wenn du deine Bedürfnisse kennst, findest du Wege, sie dir zu erfüllen. Du wirst anfangen damit experimentieren und erfahren, was funktioniert und was nicht.

Ich habe etwa ein Jahr mit meinem Bedürfnis nach Mitgefühl herum experimentiert. Dabei habe ich mich zunächst gefragt, wie ich mir selbst mit mehr Mitgefühl begegnen kann. Dann habe ich erforscht, wie ich dafür sorgen kann, dass andere empathischer mit mir umgehen, wenn es mir nicht gut geht. Außerdem habe ich meine Bewertungen über mein Bedürfnis nach Mitgefühl zurückgenommen. Das hat dazu geführt, dass ich mich heute nicht mehr für das Bedürfnis schäme.

Ein bedürfnisorientierter Umgang mit sich selbst nährt von innen.

5. Du öffnest dich für das Empfangen.
Wenn du deine Bewertungen über deine Bedürfnisse zurücknimmst, kommst du in den Bereich der Annahme. Du erlaubst diesen Bedürfnissen nicht nur da zu sein, sondern sprichst ihnen auch Berechtigung zu. Das stärkt dein Gefühl, richtig zu sein mit allem, was in dir ist. Dadurch wirst du autonomer und kannst die Geschenke anderer erst richtig annehmen – ohne davon abhängig zu werden.

Nur wenn du einem Bedürfnis eine Daseinsberechtigung erteilst, fühlst du dich wohl, wenn andere es dir erfüllen.

6. Du wirst achtsamer deinen Gefühlen gegenüber.
Wenn du weißt, wann ein Gefühl auftritt, nutzt du es anders. Dann wird es zum Kompass für dich. Wenn du ein angenehmes Gefühl wahrnimmst, weißt du, dass jetzt ein Bedürfnis erfüllt ist. Dieses Wissen hilft dir dabei, mehr angenehme Gefühle zu erzeugen. Und ganz nebenbei ist es die Voraussetzung für Wertschätzung, die die Herzen deiner Mitmenschen wirklich erreicht.

Taucht dann ein unangenehmes Gefühl auf, kannst du es leichter annehmen.

7. Deine Kommunikation wird klarer.
Wenn du dich – wie in der Gewaltfreien Kommunikation von Marshall Rosenberg beschrieben – mit deinen Gefühlen und Bedürfnissen zeigst, bist du leichter nachzuvollziehen. Du zeigst dich mit deiner Wahrheit, ohne dabei schwach zu wirken. Okay, das braucht ein bisschen Übung. Ein paar Dinge sind dabei zu berücksichtigen aber das kannst du lernen.

Wenn du leichter nachzuvollziehen bist und menschlich rüber kommst, erntest du dafür Vertrauen und Respekt. Du wirst authentischer und so wahrgenommen, wie du wirklich bist. Du erreichst genau das Gegenteil von dem, was deine Angst dir einflüstert, wenn sie dich davon abhält, dich echt zu zeigen.

8. Du schätzt es mehr, wenn dir ein Bedürfnis erfüllt wird.
Wenn du ein Bedürfnis selbst schätzt und in dir – nicht gegenüber dem anderen – als berechtigt anerkannt hast, dann weißt du es auch mehr zu schätzen, wenn jemand es dir erfüllt. Ein liebevoll annehmender Umgang mit den eigenen Bedürfnissen führt so zu mehr Verbundenheit und auch zu mehr Eigenverantwortung.

Das ermöglicht es dir, Wertschätzung und Dank sehr klar auszudrücken. Das öffnet Herzen!

9. Du gehst achtsamer in Beziehungen hinein.
Wenn du deine Bedürfnisse gut kennst, weißt du, welche Beziehungskultur dir gut tut. Du kannst deine Beziehungen so aktiver gestalten. Es fällt dir auch leichter, dich aus Beziehungen zu lösen, die dir nicht gut tun. Das heißt nicht, dass du die Erfüllung deiner Bedürfnisse einforderst, um deine Vorstellung von einer heilsamen Beziehungskultur umzusetzen. Eher wirst du dich damit positionieren, was dir wichtig ist und entweder Wege finden, dir diese Bedürfnisse außerhalb der Beziehung zu erfüllen oder auch mal einen Menschen ziehen lassen, der deine Werte nicht teilt.

10. Es fällt dir leichter Prioritäten zu setzen.
Auch das ist ein Geschenk, wenn du dich und deine Bedürfnisse gut kennst. Denn dann kannst du nicht mehr anders, als sie irgendwann auch wichtig zu nehmen. Du wirst das Gefühl, gut für dich sorgen zu können, immer mehr genießen und dir dabei selbst mehr vertrauen.

Wenn du diese 10 Gründe auf dich wirken lässt, erkennst du, welche Bedeutung deine Bedürfnisse für dein persönliches Glück und ein erfülltes Leben haben. Sie sind die Grundlage für einen liebevollen und fürsorglichen Umgang mit dir selbst und das ist die Basis für mehr Erfüllung.

Deine

Claudia

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