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12 Gründe, dich nicht mehr anzupassen …

12 Gründe dich nicht mehr anzupassen

Anpassung hat unsere Art bis ins 21. Jahrhundert gebracht. Durch unsere sozialen Fähigkeiten konnten wir solange überleben. Wenn wir Anpassung auf gesunde Weise leben, heißt das, dass wir flexibel auf das Leben reagieren. Es gibt jedoch auch gute Gründe, dich nicht mehr anzupassen. Es sei denn, du wählst es und bist bereit, mit den Konsequenzen zu leben.

Nicht? Keine Konsequenzen?

Nun, jede Entscheidung für etwas ist gleichzeitig eine gegen etwas. Das ist die Konsequenz. Daran können wir nichts ändern. Sogar, wenn du keine Entscheidung triffst, hat das eine Konsequenz. Wenn du häufig Ja sagst, wo du eigentlich Nein sagen willst, gibt es auch dafür Konsequenzen.

Welche Folgen hat es für  dein Leben, nach den Wünschen anderer zu leben?

Bitte verstehe mich nicht falsch. Ich möchte nicht, dass du zum Egoisten wirst. Eher möchte ich dich dafür sensibilisieren, was es bedeutet, sich selbst zu vergessen. Wer nicht Nein sagen kann, wird es in einer verantwortlichen Position schwer haben. Eine Führungskraft ohne klare Position lädt nicht gerade dazu ein, sie zu respektieren und ihr zu folgen.

Deshalb habe ich die Fragen nach den Konsequenzen bei zu großer Anpassung hier mal gestellt? Du schaust einfach, ob du dich in dem einen oder anderen Punkt wiederfindest.

Hier sind 12 gute Gründe, die gegen allzu viel Anpassung sprechen:

1. Du weißt nicht mehr, wer du bist.
Wenn du mehr mit den Wünschen und Erwartungen anderer beschäftigt bist, fehlt dir der Fokus auf das, was dir wichtig ist. Du wirst dich häufiger verunsichert und nicht mit deinem Potenzial verbunden fühlen. Irgendwann spürst du dich dann nicht mehr richtig.

2. Es werden sich trotzdem Menschen finden, die etwas an dir auszusetzen haben.
Auch wenn du dich noch so sehr bemühst, wirst du nie alle Menschen zufrieden stellen. Es ist sogar wahrscheinlich, dass sie dich weniger mögen, je mehr du dich ins Zeug legst. Sie spüren deine Unsicherheit und legen immer wieder den Finger in diese Wunde. Das tun sie nicht um dir weh zu tun, sondern weil sie nicht anders darauf reagieren können. Angepasstsein kann gerade Ablehnung auslösen, weil es in ihnen die Schattenthemen aktiviert. Die Augenhöhe geht so verloren.

3. Du magst dich selbst damit nicht mehr.
Verbirgst du wichtige Teile von dir, erkennen andere nicht, wie du wirklich bist. Wen sollen sie dann mögen? Wen sollst du mögen? Vielleicht verbirgst du einen Teil, der für andere reizvoll ist. Wer weiß das schon? Es hat seine Gründe, warum Marken immer auch Ecken und Kanten zeigen. Sie werden glaubwürdiger dadurch. Das gilt auch für Menschen. Dein Selbstwertgefühl und deine Selbstachtung steigen, wenn du du selbst bist.

4. Du fühlst dich, wie ein Hochstapler.
Wenn du schweigst, wo du etwas zu sagen hättest, könntest du dich selbst für einen Feigling halten. Du weißt ja, dass du nicht ganz ehrlich bist. Ist dir Ehrlichkeit wichtig, kannst du dir selbst im Spiegel nicht mehr ins Gesicht schauen. Du bist dann unehrlich und lehnst gleichzeitig diese Eigenschaft ab. Das sollen andere natürlich nicht erkennen. Das ist aber gar nicht das Problem. Du könntest ihnen davon erzählen und sie würden dich verstehen. Das Problem ist, dass du es weißt.

Dasselbe gilt, wenn du so tust, als hättest du bestimmte Fähigkeiten, die du gar nicht hast.

5. Du lebst nicht das Leben, das du leben willst.
Nehmen wir an, du übst einen Job aus, den du einmal angefangen hast, weil es von dir erwartet wurde. Du bist gut darin aber eigentlich möchtest du etwas anderes machen. Das ist gar nicht so selten. Besonders in Familienunternehmen wird das Unternehmen an Söhne und Töchter weitergegeben. Nicht in jeder Familie wird auch danach gefragt, ob diese Tradition sich mit den eigenen Lebensträumen deckt.

Wenn du jedoch keinen Sinn in dem spürst, was du tust, wird du schwerlich dauerhaft Begeisterung aufbringen. So verschenkst du Lebenszeit, die du sinn- und freudvoller verbringen könntest.

6. Du hältst den Mund, wenn du eigentlich reden müsstest.
Die Furcht vor Ablehnung hält viele Menschen davon ab, zu sagen, was sie denken. Genau das wäre für unsere Mitmenschen aber eine wichtige Orientierungshilfe im Umgang mit uns. Positionieren wir uns nicht deutlich genug, weiß unser Gegenüber nie, woran er wirklich ist. Die Folge ist eine unbestimmte Unklarheit. Ein klares Statement gibt Menschen Sicherheit. Sie fühlen sich respektiert, ganz zu schweigen davon, dass sie uns ebenfalls mehr respektieren, wenn wir klar sind.

Mich macht das verrückt, wenn mir ein anderer Mensch diese Orientierung vorenthält. Ich werde ärgerlich, weil mir wichtige Informationen fehlen. Im Gegensatz dazu empfinde ich es als Achtung meiner Person, wenn mir jemand seine Wahrheit zumutet. Ich achte ihn ebenfalls mehr, auch, wenn diese Wahrheit meiner eigenen völlig widerspricht.

7. Andere spüren, wenn du nicht ganz „echt“ bist.
Wir spüren, wenn ein Mensch nicht alles sagt und wichtige Dinge zurückhält. Ich habe dann das Gefühl, dass mir eine wichtige Information über mein Gegenüber fehlt. Irgendetwas stimmt nicht. Das führt dazu, dass ich diesem Menschen nicht voll vertraue. Die Beziehungen kann sich genau an dieser Stelle nicht vertiefen.

Authentizität ist die Basis für Glaubwürdigkeit - also auch für Vertrauen! Klick um zu Tweeten

8. Dir fehlen Zeit, Energie und Raum für deine eigenen Visionen.
Bist du mehr mit den Ideen, Bedürfnissen und Erwartungen anderer beschäftigt, fehlen dir Zeit und Fokus auf das eigene Leben. Manche Menschen haben das so lange praktiziert, dass sie nicht mehr wissen, was dieses Eigene eigentlich ist.

Sobald wir uns klar machen, dass die eigenen Wünsche und Bedürfnisse wichtig sind, besteht die Chance den Fokus darauf zu lenken. Das Einzige, was wir hierfür tun müssen ist, nicht mehr „automatisch“ auf die Erwartungen anderer zu reagieren. Ein kurzes STOPP reicht aus, um sich des Momentes bewusst zu werden, indem wir normalerweise auf diese Erwartungen reagiert hätten und es dann auch mal NICHT zu tun.

9. Du ziehst Menschen an, die du gar nicht magst.
Hier spreche ich aus Erfahrung. Wenn wir sehr darauf fokussiert sind anderen zu gefallen, bekommen wir nicht mit, welchen Charakter diese Menschen haben. Wir sind so sehr im Reaktions- und Erfüllungsmodus, dass wir seltener auf die Idee kommen, darauf zu achten.

Es kommt von Zeit zu Zeit vor, dass Klienten beklagen, dass sie von einem Kollegen oder Vorgesetzten abgelehnt werden. Wenn ich dann frage, ob sie diesen Menschen denn mögen, wird das meist verneint. Es lohnt sich, sich Gedanken darüber zu machen, welche Menschen man in seinem näheren Umfeld wünscht. Oder auch wo man bei Menschen, die man nicht so gern mag viel eher Grenzen zieht.

10. Du ziehst Menschen an, die dich nicht mögen.
Wenn wir zu viel für andere tun, um mehr gemocht zu werden, sind wir weniger wir selbst. Wenn wir uns dann zeigen, wie wir wirklich sind, erfahren wir von denselben Menschen häufig erstmal Widerstand oder Ablehnung. Das ist ein sicheres Zeichen, dass sie den Menschen mögen, den wir ihnen vorgespielt haben. Deshalb ist Authentizität für viele so bedrohlich. Sie fürchten sich genau davor.

Deshalb müssen wir ganz wir selbst sein, wenn wir die richtigen Menschen anziehen wollen.

11. Du fühlst dich in deinen Beziehungen nicht richtig verbunden.
Bist du nicht ganz du selbst, kannst du dich nie ganz geben. Nur wenn du dich ganz gibst – authentisch bist – kannst du Verbundenheit erfahren. Wer soll sich denn da berühren, wenn wir uns hinter einer Rolle verbergen?

12. Die Uhr tickt …
… und deine Lebenszeit verstreicht. Wenn du diese Zeit mit den falschen Menschen verbringst oder deine Visionen nicht lebst, was wirst du dann fühlen, wenn es irgendwann zu Ende geht? Wirst du dir sagen, dass du deine Zeit gut genutzt hast oder wirst du eher Bedauern über ein ungelebtes Leben spüren? Ich glaube, dass wir vor diesem Bedauern die größte Angst haben. Ein verschenktes Leben ist deshalb keine gute Idee.

Wenn du dich anpasst, überlege dir, ob du auf diese Weise deine Werte, Visionen und Begabungen am besten lebst. Ist dies nicht so, kannst du damit zwar ein zufriedenes aber kein ambitioniertes Leben gestalten.

Deine

Claudia

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10 Kommentare Neues Kommentar hinzufügen

  1. Carina Seewald sagt:

    Liebe Claudia,

    was für ein wichtiger Artikel! Ja, sich immer nur anzupassen und „Everybody’s Darling“ zu sein ist einfach nur anstrengend und unbefriedigend.

    Herzliche Grüße und bis bald,
    Carina

    1. Liebe Carina,

      vielen Dank für dein Feedback. So sehe ich das auch. Es ist anstrengend und es kostet wertvolle Lebenszeit. Ich freue mich schon auf deinen nächsten Blogbeitrag.

      Liebe Grüße und bis bald
      Claudia

  2. Regina Aschenberg sagt:

    Liebe Claudia, wie wahr das doch alles ist. Ich bin auch auf der Suche und das hat mich gerade mal wieder motiviert. Liebe Grüße Regina

    1. Liebe Regina, vielen Dank für deinen Kommentar. Ich freue mich darüber, dass dich der Artikel motivieren konnte. Wenn wir auf der Suche sind, sind Impulse von außen manchmal so wichtig. Liebe Grüße Claudia

    1. Liebe Janine,
      ich freue mich, dass Dir der Artikel gefällt. Es fühlt sich sehr unangenehm an, wenn man nicht authentisch ist. Dafür lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Ich freue mich, Dich kennen zu lernen.
      Liebe Grüße
      Claudia

  3. Susi S. sagt:

    Ich bin 42, aber fühle mich manchmal behandelt als wäre ich 4 oder 14. Ich bin doch kein Kind mehr!
    Ständig versuchen andere, zu bestimmen was gut für mich ist. Dabei weiß ich das doch selber am besten.

    Ich möchte zB. nicht mehr alles mit Familie zusammen machen, auch wenn wir zusammen in den Urlaub fahren.
    Ich möchte auch mal was nur für mich tun. Ich habe immer um des lieben Friedens willen nachgegeben, aber ich bin es so leid!.
    Wo bleibe ich?

    Aber wenn ich das ausspreche, bin ich gleich „egoistisch“ und der Haussegen hängt schief.

    Ich fahre auch nicht gern Fahrrad, weil ich mich sehr unsicher fühle auf einem Rad und ich Angst habe, zu stürzen.

    Ich habe schon mindestens seit der Schulzeit Probleme mit dem Gleichgewicht und musste irgendwann keine Übungen mit Absturzgefahr mehr machen. (wäre schon mal fast vom Schwebebalken gestürzt, wenn mich keiner aufgefangen hätte und beim Stufenbarren hatte ich mal den oberen Holm zu früh losgelassen und mir dabei den Fuß verknackst).

    Nun hatte mein Vater vorgeschlagen, E-Bikes auszuleihen. Meine Begeisterung hält sich in Grenzen.
    Vor einem E-bike habe ich noch mehr angst, weil die so schnell werden können.

    Ich habe versucht,ihm das zu erklären, dass es mir nicht darum geht, schnell zu fahren und ich es nicht mag, wenn hinter mir welche drängeln. Er meinte nur: wenn wir alle abhängen, drängelt auch keiner. Da liegt aber nicht mein Problem. Ich habe Angst, die Kontrolle zu verlieren bei diesem Tempo und hatte auch schon einen Alptraum, dass ich mit einem E-bike gegen einen Baum geknallt und schwer gestürzt bin. ich möchte ihm klar machen, dass ich gar nicht Rad fahren möchte, weder normales, und erst recht kein E-Bike.

    Ich hatte leider nur halbherzig gesagt, naja muss ja nicht sein. Ich habe es einfach nicht geschafft, klar NEIN zu sagen. Die berühmte Harmoniefalle. Aber ich will diesmal von vornherein klar machen, dass ich zwar gern mit in den Urlaub fahre, aber nicht alles mitmachen will.

    Ich will mehr freiräume, auch wenn wir zusammen weg fahren. Was ist so schwer, dass die mal ohne mich die Radtour machen und ich komme bei anderen Sachen wieder gern mit?

    Das zieht sich auch durch andere Bereiche: was man unbedingt gelesen haben muss, Omega-3 Kapseln, wie ich rum laufe, etc.

    Ich bin kein kleines Schulmädchen mehr!

    1. Liebe Susanne,
      vielen Dank, dass Du hier Deine Erfahrung teilst. Ich verstehe Deinen Ärger. Wenn ich Dich richtig verstehe, wünschst Du Dir mehr persönliche Freiheit. Allein die Formulierung dieses Wunsches wird schon dazu beitragen, dass Du das erreichst. Wahrscheinlich ist dieser Wunsch in der Ausprägung für Dich und Dein Umfeld neu. Deine Lieben kennen eine andere Susanne. Dein Familiensystem ist noch auf diese selbstlose Susanne eingestimmt. Dein Freiheitswunsch bringt nun ein wenig Unordnung und damit Unsicherheit ins System. Deshalb wehren sie sich dagegen. Du hast eigentlich schon selbst die Lösung beschrieben. Wenn Du etwas nur „halbherzig“ sagst, glaubt Dir keiner, dass Du es wirklich ernst meinst. Ich sehe zwei Dinge, die Dir in dieser Situation helfen können. Die erste ist Selbstempathie, weil Du diese im Moment von Deinen Lieben eher nicht erwarten kannst. Die zweite ist Konsequenz. Diese erreichst Du, wenn Du Dir innerlich die volle Erlaubnis für das gibst, was Du leben willst.
      Viel Erfolg!
      Claudia

  4. Susi S. sagt:

    Danke Claudia. da geb ich dir recht.
    ich hoffe ich schaffe das auch, umzusetzen:-)
    Demnächst ist ein Angehörigen-Gespräch geplant, zusammen mit meiner Therapeutin. das wird aber erst Ende februar/Anfang März i der Woche klappen. Vielleicht gelingt es mir ja da. oder auch mal am Telefon.

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