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Wie dir Anfängergeist hilft, deinen Businessalltag entspannter zu gestalten.

Der Anfängergeist

Es wird viel geschrieben über Achtsamkeit. Für manche ist sie eine reine Meditationspraxis, andere haben sie als innere Haltung kultiviert. Das eine bedingt das andere. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass regelmäßige Meditation automatisch die innere Haltung verändert. Was diese Haltung ausmacht, habe ich hier für dich zusammengefasst.

Die Achtsamkeitspraxis wird heute häufig als Stressbewältigungspraxis angepriesen.

Das ist sie auch aber eben nicht nur. Lies hier welche Mythen es noch gibt. Entspannung ist nur eines der vielen Geschenke, die wir durch regelmäßige Übung einer Achtsamkeitspraxis erhalten. Unsere Gehirnströme verlangsamen sich, es tritt Gleichmut gegenüber den Turbulenzen unseres Lebens ein und wir lernen, aus der Multitasking-Illusion auszusteigen. Was nichts anderes heißt, als dass wir die Dinge nun nacheinander und mit mehr Gewahrsein tun. Mit der Zeit beginnen wir, mehr nach unseren Werten zu leben. Unsere Beziehungen verbessern sich, weil wir in ihnen präsenter sind. Das sind nur ein einige der vielen Vorteile der Achtsamkeitspraxis.

Eine hohe Erwartung

Durch die Konzentration auf Stressreduzierung in der westlichen Welt werden jedoch auch Erwartungen geweckt, die später die Anwendung erschweren und viele Erkenntnisse verhindern können. Wenn wir allzu sehr zu entspannen versuchen, ist unsere Absicht nicht mehr auf die reine Wahrnehmung gerichtet, sondern darauf zu entspannen. Wenn wir dann in der Meditation dieser Absicht folgen, sind wir nicht mehr achtsam mit dem, was jetzt gerade in uns geschieht.

Achtsamkeit heißt nicht, auf dem Kissen sitzen und Erfahrungen weg meditieren! Klick um zu Tweeten

Genauso ist die Suche nach Erleuchtung oder erleuchtenden Erfahrungen eine dieser Fallen. Denn auch hier ist die Absicht eine andere, als die, den derzeitigen Augenblick wahrzunehmen.

Jon Kabat-Zinn beschreibt Achtsamkeit als bestimmte Form der Aufmerksamkeit, die sich absichtsvoll auf den gegenwärtigen Moment bezieht und nicht wertend ist.

… und das ist auch die einzige Absicht, die in den Moment hineinführt.

Achtsamkeit als Meditation

Wenn du Achtsamkeit in der Meditation praktizierst, konzentrierst du dich meistens auf ein bestimmtes Objekt. Das bekannteste dieser Wahrnehmungsobjekte ist der Atem. Du kannst dich in der Meditation auch auf Körperempfindungen, Gefühle, Geräusche und vieles mehr fokussieren. Dabei liegt die Wahrnehmung fast immer auf der Körperempfindung, die sich durch die Wahrnehmung zeigt. Das erleichtert es dir, vom Vieldenken ein wenig Abstand zu nehmen, was nicht bedeutet, dass keine Gedanken da sein dürfen. Sie werden auftauchen und zwar wahrscheinlich im Sekundentakt.

Unser Geist braucht etwas, an dem er sich festhalten kann.

Deshalb produziert er Gedanken. Leere verunsichert den Geist. Es ist also nur normal, wenn erstmal viele Gedanken auftauchen.

Du kannst auch die Gedanken selbst beobachten. Hierbei sitzt du offen für den nächsten Gedanken der auftaucht. Du registrierst den Gedanken und nimmst wahr, welche Reaktionen es in dir auf diesen Gedanken gibt. Recht bald wirst du Körperempfindungen wahrnehmen, die durch den Gedanken ausgelöst werden. Deshalb ist die Achtsamkeitspraxis eine hervorragende Methode um Gedankenhygiene zu betreiben.

Achtsamkeit als innere Haltung

Mit der Zeit wirst du die Erkenntnisse aus der Meditation auf deinen Alltag übertragen. Du beginnst, in allen möglichen Situationen damit herum zu experimentieren, wie es ist, in ihnen wahrnehmend zu sein. Das kann eine Begegnung mit einem anderen Menschen sein, dessen Energie du in dir spürst oder dessen Worten du nach innen gerichtet lauschst. Oder du sitzt irgendwo und schaust dir etwas an, wobei der Fokus auch hier innen liegt.

Hier findest Du 43 Achtsamkeitsübungen für den Alltag.

Einer der Vorteile – insbesondere für Menschen, die sich leicht durch andere ablenken lassen – ist, dass sie mehr bei sich bleiben. Ich versuche im Kontakt mit anderen immer etwa ein Drittel der Aufmerksamkeit in mir zu belassen, weil ich so den anderen in mir wahrnehme. Mein wertender Verstand ist dann ruhiger und mischt sich weniger ein. So bin ich mehr mit dem anderen, als ich das könnte, wenn ich mit meiner vollen Aufmerksamkeit bei ihm wäre.

Wenn du diese Haltung kultivierst, wirst du irgendwann allen inneren Erfahrungen achtsam begegnen. Vor allem, wenn es um Gefühle und Schmerzen geht, fällt es dir dadurch leichter diese Erfahrungen anzunehmen. Du wirst ihnen gegenüber mutiger und irgendwann stellt sich die Erkenntnis ein, dass deine Gefühle dich nicht umbringen. Du verlierst immer mehr die Angst vor dem Fühlen. Das ist eines der wichtigsten Geschenke. Deine Gefühle, Widerstände und Gedanken darüber sind dann nicht mehr so tief vergraben, sondern du nimmst sie direkter wahr.

So bist du achtsam mit dir selbst.

Das bewirkt auch, dass du in deinen Kontakten und dem Leben gegenüber wacher und aufmerksamer bist.

Immer wieder auf Anfang

Irgendwann kommst du vielleicht in den Genuss einer tiefen Selbsterfahrung. Du fühlst dich ganz mit dir und diesem Augenblick verbunden und bist erfüllt von Liebe für alles. Das ist ein „gefährlicher“ Moment. Denn nun könnte der Gedanke aufkommen, du könntest diese Erfahrung beim nächsten Mal wieder herstellen. Und schon bist du wieder einer anderen Absicht aufgesessen, als der, im derzeitigen Augenblick mit allen Erfahrungen präsent zu sein. Tricky oder?

Ich selbst habe diese Erfahrung häufig gemacht und war jedes Mal enttäuscht, wenn es nicht klappte. Irgendwann hat es dann aber klick gemacht und ich erlaubte mir, wirklich alles da sein zu lassen und wahrzunehmen, was jetzt eben da ist. Dabei waren vor allem die unangenehmen Erfahrungen eine Herausforderung. Wer will die schon freiwillig spüren. Aber genau das ist der Weg.

Das Schwierigste sind nicht die unangenehmen Erfahrungen, sondern das, was wir darüber denken. Klick um zu Tweeten

So ist die Herausforderung, jeden Augenblick neu wahrzunehmen, ohne uns durch unsere Gedanken auf Irrwege führen zu lassen. Als Kinder haben wir das gekonnt. Es war ganz selbstverständlich für uns, dass unsere innere Erfahrung sich von Moment zu Moment veränderte. Wir wären nicht auf die Idee gekommen Moment A mit Moment B zu vergleichen. Wir hätten auch nicht zu einem anderen Kind geschaut, ob es besser meditiert als wir – häufig zu beobachten auf Meditationsretreats. Das ist eher eine Domäne der Erwachsenen.

Der Anfängergeist – Achtsam mit sich selbst sein

Du kannst dir von Kindern abschauen, wie Achtsamkeit funktioniert. Sie sind neugierig, offen, absichtslos, wollen entdecken und kennen noch keine Bewertung. Das sind die Voraussetzungen, die du brauchst, um in die Haltung des Anfängergeistes hineinzukommen.

Hier kannst du sie noch einmal auf einen Blick sehen:

Grafik Der Anfängergeist

Es ist fast unmöglich unglücklich zu sein, wenn du diese fünf Haltungen einnimmst. Bist du es doch, hat sich wahrscheinlich eine Bewertung eingeschlichen. Das ist die häufigste Ursache, aus diesem Modus heraus zu fallen.

Warum dann meditieren?

Nun könntest du denken, dass sich dies ganz leicht auch ohne Meditation erreichen lässt. Und im Grunde hättest du damit auch Recht. Nur ist unser Geist so auf das urteilende und vergleichende Denken eingestellt, dass er fast nicht mehr anders kann. Meditation ist dabei ein bisschen so, als würdest du das Äffchen in deinem Kopf zähmen. Immer wenn du auf dem Kissen oder Stuhl sitzt und meditierst, wirfst du ihm ein Leckerchen hin. Er lernt so, sich auf eine Sache zu fokussieren. Die Meditation ist daher so etwas wie eine Trockenübung mit dem Äffchen.

Dabei ist es nicht nötig täglich Stunden lang zu meditieren. Zehn Minuten täglich reichen schon. Die Regelmäßigkeit macht den Unterschied. Besser zehn Minuten täglich, als einmal in der Woche eine Stunde. Es ist wie beim Joggen. Wenn du es täglich machst, verbessert sich deine Kondition nachhaltig.

In den Achtsamkeitskarten findest du 18 Anregungen, wie du Achtsamkeit in deinen Alltag integrieren kannst. Trage dich unten in der Box ein und du kannst die Karten kurz darauf downloaden.

Bleib wahrnehmend…

Claudia

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