Alle Beiträge Bewusst leben

Eine gütige innere Instanz als Schutz vor zu hohen Anforderungen

Eine gütige innere Instanz als Schutz vor zu hohen Anforderungen

Fällt es dir manchmal schwer, dein Tun anzuhalten? Arbeitest du über deine Grenzen hinaus, oder bist du zuviel für andere da und zu wenig für dich selbst? Dieser Artikel ist für diejenigen, die sich selbst vor lauter Arbeit oder Einsatz für andere manchmal vergessen. All jene, die sich nicht so wichtig nehmen, die versuchen stark zu sein und statt auch mal locker zu lassen sich selbst zum Durchhalten bewegen.

Sicherlich ist es nicht generell falsch, stark zu sein.

Das Problem in unserer Gesellschaft liegt in einem generellen Irrtum darüber, was Stärke bedeutet.

Stärke in unserer Gesellschaft 

Die Strenge sich selbst gegenüber führt nicht zu echter Stärke, sondern bewirkt das Gegenteil. Wir höhlen unsere Energien aus, wenn wir über einen längeren Zeitraum über eigene Grenzen hinweg gehen. Erschöpfung und Schwäche werden größer, bis die vermeintliche Stärke nach außen nicht mehr durchgehalten werden kann. Burnout und andere psychosomatische Erkrankungen sind Hinweise, dass diese Dynamik im Gange ist. Geht nichts mehr, bricht das alte Selbstbild in sich zusammen. Was übrig bleibt ist eine große Verunsicherung darüber, wer wir ohne dieses alte Selbstbild sind.

Auf dem Weg zurück zu dir lernst du zuerst, deine Grenzen wieder wahrzunehmen und diese mit mehr Güte und Menschlichkeit zu betrachten. In diesem Licht fällt es dir leichter, sie realistisch einschätzen. Dabei kann dir eine innere Instanz helfen, die dich vor der eigenen Strenge bewahrt. Diese Instanz gibt es in jedem von uns. Ich nenne sie den „liebevollen inneren Erwachsenen“ oder manchmal auch die/den „gütige/n KönigIn“. Dieses archetypische Bilder erleichtert es uns, eine gütige Position uns selbst gegenüber einzunehmen.

Güte ist eine innere Haltung des Wohlwollens und der Freundlichkeit. Klick um zu Tweeten

Güte als Resilienz fördernder Faktor

Resilienz entsteht, wo du verantwortlich mit deinen Energien und Bedürfnissen umgehst. Der Teil in dir, der Bedürfnisse wichtig nimmt und sie erfüllt, ist diese gütige innere Instanz. Sie schätzt deine Möglichkeiten realistisch ein und erkennt so deine Menschlichkeit an. Diese innere Instanz übernimmt die volle Verantwortung für dein Wohl. Du findest sie nicht, indem du sie in dir suchst, sondern indem du dich entscheidest, sie zu sein.

Diese Fragen helfen dir dabei:

1.  Was ist mir gerade wichtiger, als mein eigenes Wohlbefinden?

Diese Frage verdeutlicht, wen oder was du eine höhere Priorität einräumst. Liegt er überwiegend bei anderen? Hast du noch Zugang zu dem, was dich glücklich macht? Welche Ausreden führst du an, um dir die Erfüllung deiner Bedürfnisse vorzuenthalten?

2.  Wer ist für das Glück der Menschen um mich herum verantwortlich?

Wenn du erkennst, dass du nicht für die Bedürfnisse eines anderen verantwortlich bist, wird dich das entlasten. Du kannst ihn besser dort lassen, wo er sich gerade befindet und unterstützt ihn, indem du seine Situation als seinen Ist-Zustand akzeptierst. Die Lösung für sein Problem liegt sowieso in ihm.

3.  Wer ist für mein eigenes Glück verantwortlich?

Der vorherige Punkt hilft dir dabei, deine eigene Verantwortung besser zu erkennen. Wenn du sie wirklich mit dem Herzen erkennst, wirst du dich mehr dir selbst zuwenden wollen. Je häufiger du das machst, desto mehr innere Autonomie wirst du fühlen. Das macht dich selbstbestimmter und im Umgang mit anderen freier.

4.  Was brauche ich, um mich wohl zu fühlen?

Hierbei findest du heraus, welche Eigenschaften und Handlungsweisen du dir gegenüber entwickeln solltest, damit du dich innerlich genährt und (emotional) gut versorgt fühlst. Das heißt, du gestaltest diesen Anteil gemäß deinen eigenen Bedürfnissen.

Meistens geht es darum, dir das zu geben, was du längere Zeit vermisst hast.

Das könnte Mitgefühl, Trost, Annahme oder auch Wertschätzung sein. Welche dieser Bedürfnisse in dir im Mangel sind, findest du über deine Gefühle heraus. Jedes unangenehme Gefühl weist dich auf ein unerfülltes Bedürfnis hin. Frage dich deshalb jedesmal, wenn du ein unangenehmes Gefühl hast, wie du behandelt werden möchtest, damit du dich wohl damit fühlst. So findest du heraus, was dein Inneres sich von dir wünscht.

5.  Wie erfülle ich mir diese Bedürfnisse?

Mit dieser Frage findest du neue Wege, dir Bedürfnisse zu erfüllen. Das braucht ein bisschen Übung aber relativ wenig Zeit. Ich prüfe jeden Morgen und jeden Abend für ein paar Minuten, wie es mir im Inneren geht. Wenn es etwas zu „betüdeln“ gibt, mache ich das so bald wie möglich, damit sich nichts ansammelt.

Probier es einfach mal sechs Wochen lang jeden Abend vor dem Schlafengehen. Es kann sein, dass dir in dieser Zeit eine Art Bedauern spürst, weil du so wenig liebevoll mit dir warst. Das bedeutet nicht, dass dir die Übung schadet. Im Gegenteil! Du erkennst deine Lieblosigkeit an und kannst nicht so weitermachen, wie bisher.

Fazit:

Eine gütige Haltung dir selbst gegenüber führt in die innere Stärke hinein. Du lernst von dir selbst, wie dein Leben aussehen sollte, damit du dich wohl fühlst. Es lehrt dich, dir deine Bedürfnisse und Wünsche zu erfüllen. Das macht dich unabhängiger und freier, weil du weniger Erwartungen anderen gegenüber hast. Du fühlst dich verantwortlich für dich, nicht mehr so sehr für andere.

Du bist mehr mit dir in Übereinstimmung und fühlst dich wohler!

Deine

Claudia

PS. Dieser Beitrag stammt noch aus den Anfängen dieses Blogs. Ich habe mich entschieden ihn auf diesem Blog zu belassen, weil UnternehmerInnen ebenfalls davon profitieren.

Das könnte dich auch interessieren:

Mit diesen 2 Fragen nimmst du deine Bedürfnisse leichter wahr.
Bedürfnisse erfüllen! 3 Wege und ihre Wirkung auf andere
10 gute Gründe, auf deine Bedürfnisse zu achten

2 Kommentare Neues Kommentar hinzufügen

  1. Ein wunderbarer Artikel Claudia, gerade jetzt nach dem langen Pfingstwochenende, wo wir vielleicht die Batterien etwas aufgetankt haben – um jetzt wieder „mit Volldampf“ durchzustarten. Und landen dann sehr schnell in der alten Erschöpfung. Wie oft tauschen wir Wahrnehmung gegen vollständiges Funktionieren ein? Einfach weil wir es gar nicht bemerken. Mir gefällt besonders dein Satz: „Vorher musstest du etwas verändern, nun willst du es …“. Dann werde ich jetzt mal notieren 😉
    Dir eine schöne Woche, Andrea

    1. Liebe Andrea,
      danke für Dein wertschätzendes Feedback. Es freut mich sehr, wenn Dich etwas in meinem Artikel in die neue Woche begleitet 🙂

      Dir auch eine schöne Woche und herzliche Grüße
      Claudia

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.