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7 Schritte mit denen erfolgreiche Abgrenzung gelingt.

7 Schritte mit denen erfolgreiche Abgrenzung gelingt.

In meiner Arbeit kommt immer wieder einmal die Frage auf, wie erfolgreiche Abgrenzung gelingt. Die meisten erzählen mir, dass sie entweder zu heftig reagieren, oder erst gar nicht mit ihrem Anliegen wahrgenommen werden. Wer eines von beidem kennt, kennt die Not, die hiermit verbunden ist. Wie schön wäre es da, wenn die eigene Abgrenzung mehr Kraft hätte, ohne dabei allzu aggressiv zu sein.

Weil ich das gut verstehen kann, mag ich heute meine Erfahrungen damit teilen. Der erste wichtige Schritt in Bezug war, dass ich emotional Zugang zu der Not bekomme, die ein Mensch fühlt, der sich nicht abgrenzen kann. Das hat mir ermöglicht, mich in die Welt dieses Menschen einzufühlen. Da ich selbst das Problem ebenfalls kenne, war es nicht allzu schwer. Als nächstes habe ich mir verdeutlicht, was denn anders ist, wenn sich ein Mensch gut abgrenzen kann.

Ohne Abgrenzung keine Nähe

Die wichtigste Erkenntnis hieraus war, dass wir näher an andere Menschen heran gehen können, wenn wir wissen, dass wir uns jederzeit abgrenzen können. Damit ist die Fähigkeit sich abzugrenzen eine Voraussetzung für das Vertrauen in Beziehungen. Wer hier nicht an sich selbst glaubt – sich vertraut, der kann auch anderen nur schwer Vertrauen.

Ein erster Schritt zu einer Veränderung könnte sein, hier sich selbst gegenüber wirklich ehrlich zu sein. Ich glaube, wenn wir uns selbst dann noch akzeptieren, wenn wir uns in einer Situation nicht abgrenzen können, ist das eine gute Voraussetzung für eine Veränderung. Die eigene Ohnmacht wahrzunehmen, leitet häufig den Wandel ein.

Bis dahin hilft es, Abgrenzung täglich zu üben. Du brauchst dafür keine andere Person und kannst den Prozess fast vollständig innerlich durchgehen. Mein Tipp: Fange mit dem folgenden Prozess schriftlich an, wenn dir Abgrenzung schwerfällt. Das hilft dir, dich zu klären. Sobald du wirklich klar bist, fällt es dir auch leichter, es anderen gegenüber auszusprechen. Übung macht hier wirklich den Meister.

1. Situationsklärung

Mache dir bewusst, was genau geschehen ist. Erwarte nicht von dir, dass du sofort reagieren musst, wenn dir jemand zu nahegekommen ist. Prüfe zuerst, ob du Zeit und Raum brauchst, um die Situation für dich richtig einzuordnen.

2. Gefühlsklärung

Stelle dich innerlich auf Selbstwahrnehmung ein. Erlaube dir wahrzunehmen, welche Gefühle durch die Situation ausgelöst werden. Vielleicht fühlst du dich unter Druck oder erstarrt. Durch diese Übung entwickelst du ein neues Vokabular deiner Gefühlszustände. Es wird Gefühle geben, die häufiger auftreten. Wenn es dich interessiert, führe Buch darüber. Du wirst staunen, wie sich bestimmte Vorgänge wiederholen. Mit dieser Übung bekommst du darüber mehr Klarheit.

3. Fürsorge für Gefühle

Wende dich diesen Gefühlen liebevoll zu. Wenn du sie im Körper wahrnimmst, hast du etwas mehr Abstand zu ihnen. So erkennst du leichter, was sie von dir brauchen. Das kann so etwas sein wie Mitgefühl, Annahme oder wahrgenommen werden. Erfülle dir diese Bedürfnisse unabhängig von der Situation, die um dich herum geschieht.

4. Bedürfnisse ausdrücken

Versuche auch herauszufinden, welches Bedürfnis gerade gegenüber deinem Konfliktpartner unerfüllt ist. Notiere die einfachst Formulierung, das auszudrücken. Wenn du bereit bist, erzähle deinem Konfliktpartner, was sein Verhalten in dir ausgelöst hat und was du dir eigentlich erhofft hattest. Versuche das ohne Vorwurf anzubringen.

5. Wie du dir den Kontakt wünschst.

Wenn du das Gespräch souverän führen möchtest, kannst du auch davon sprechen, wie du dir den Kontakt wünschst. Hier gehst du direkt über deine Werte. So zum Beispiel: „Damit ich dir vertrauen kann, brauche ich, dass du dich an unsere Verabredungen hältst. Weil Ehrlichkeit einer meiner wichtigsten Werte ist, verhindern Lügen das.“ oder „Ich fühle mich mit Menschen wohl, die wertschätzend sind. Wenn du mich abwertest oder ignorierst, schmerzt mich das. Ich werde das nicht weiter dulden.“

Schreib dir solche Sätze als Trockenübung auf. Du erfährst sehr viel über dich und kannst sie im entscheidenden Moment leichter abrufen. Der Vorteil ist, es sind deine eigenen und keine antrainierten aus einem Rhetorikseminar.

6. Stelle dir vor, dass du das mitteilst.

Wenn du dich mit solchen Aussagen hervortraust, fühlst du dich vielleicht erstmal unsicher. Das ist völlig okay. Du darfst unsicher sein, während du dein Anliegen mitteilst. Du darfst sogar sagen, dass dich diese Situation unsicher fühlen lässt. Lasse nur die Angst nicht dein Handeln bestimmen.

7. Informiere,  statt dich zu beklagen.

Wenn du deine Erkenntnisse mitteilst, tue das erhobenen Hauptes – egal, wie du dich dabei fühlst. Das wird leichter, wenn du nicht als Bittsteller auftrittst, sondern dir bewusst machst, dass du gemeinsam mit einer anderen Person eine Beziehung gestaltest. Wenn dein Gegenüber nicht dasselbe will, ist das okay. Widersetzt sich aber jemand komplett, gibt es einen Cut. Die Beziehung stagniert an dieser Stelle. Du kannst keine Beteiligung erzwingen. Sehr wohl kannst du aber sagen, was die Verweigerung für dich bedeutet.

Schlussbemerkung:

Dieser Ablauf ist in Anlehnung an die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg entstanden. Ich habe einige Punkte ergänzt, die ich für wichtig halte, bevor wir tatsächlich so kommunizieren können. Je besser du dich kennst, desto leichter wird es. Später brauchst du keine Notizen mehr, sondern drückst unmittelbar aus, was in dir ist.

Es ist ein großartiges Gefühl, zu wissen, dass man in jedem Moment NEIN sagen kann – vor allem, wenn das zuvor schwergefallen ist. Es gibt dir Sicherheit im Kontakt – mit Kunden, Kollegen, Mitarbeitern oder auch mit deinem Partner. Abgrenzung wird in allen Beziehungen benötigt. Je näher die Beziehung, desto wichtiger wird sie.

Welche Erfahrungen hast du mit Abgrenzung gemacht?

Herzlichst

Claudia

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