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Kreativitätsbremsen lösen – 10 Strategien für neue Ideen in deinem Business

Zeit nehmen - Eine Frage der Priorität?!

Seit einigen Wochen arbeite ich nun schon an einem Beitrag, der irgendwie nicht richtig rund werden will. Heute nun endlich sollte er fertig werden und was sehe ich? Nichts! Er ist weg, irgendwo in den Untiefen meiner Ablage verschwunden und nicht mehr auffindbar. Puh, dabei ist so viel Zeit drauf gegangen. Das Gute daran, der verlorene Artikel war nicht wirklich mein Thema.

Statt mich wenig inspiriert an das alte Thema zu geben, nutze ich die Einladung von Susanne Kumm zu ihrer Blogparade zum Thema „Endlich Zeit finden“ dafür, einen Beitrag über meinen Umgang mit Zeit im kreativen Prozess zu schreiben.

Wenn ich ganz ehrlich bin, war der Beitrag, den ich vorbereitet hatte, von Anfang an mit einigen Tücken verbunden. Erst wollte mir nichts zu dem Thema einfallen, dann hatte ich Widerstände, mich dem Thema überhaupt zu widmen. Ich hatte es gewählt, aber es war nicht so recht meins, d. h. ich war nicht mit dem Herzen dabei. Mir fehlte die Motivation, diesem Thema Leben einzuhauchen. Deshalb fiel es mir wohl auch so schwer, dran zu bleiben.

Zeit für den kreativen Prozess finden

Richtig motiviert bin ich, wenn ich mit dem Herzen voll dabei bin und etwas Neues erschaffen kann. Kennst Du das auch? Es geht um das Gefühl, dass sich etwas durch dich ausdrücken will, was du selbst noch nicht kennst. Wenn ich das spüre, hat es bei mir eine hohe Priorität. Doch auch dann kann es geschehen, dass ich zögere, mich nicht so recht heran traue oder die Dinge aufschiebe. Die Gründe hierfür können vielseitig sein. Hier sind ein paar meiner Dauerbrenner:

  • Ich bin noch nicht ganz sicher, wie ich etwas machen soll.
  • Mir erscheint der Umfang zu groß und ich zweifle an der Machbarkeit.
  • Ich fühle mich nicht gut, bin müde oder krank.
  • Ein anderes Thema wühlt mich emotional stark auf.
  • Es ist nicht richtig meins.
  • Ich traue es mir nicht zu.

Welches sind deine Kreativitätsbremsen?

Liegt eine der genannten Bremsen vor, lasse ich es wahrscheinlich erstmal liegen. Ich brauche Inspiration zum kreativen Arbeiten. Diese spüre ich nur dann, wenn ich mit der Aufgabe wirklich verbunden bin . Etwa, wenn darum geht, eine Lösung zu finden, die mich wirklich interessiert. Das inspiriert mich. Dann kann ich mich für „fast“ alles begeistern. Fehlt diese Begeisterung, fällt es mir unglaublich schwer, mich aufzuraffen. Deshalb delegiere ich solche Aufgaben möglichst früh. Ein paar Strategien habe ich dennoch entwickelt, um mir selbst ein Schnippchen zu schlagen. Diese Strategien möchte ich heute mit dir teilen.

Strategie 1

Ich setzte mich an meinen Esstisch mit Stift und Block, d. h. ich nehme mir Zeit, mich zu strukturieren bzw. verschaffe mir einen Überblick. Dann male ich das Thema mit allen Facetten auf und ordne es in Unterthemen. Dafür sind Mindmaps sehr gut geeignet. Für jedes Unterthema nehme ich mir ein neues Blatt und verfahre damit, wie zuvor. So entsteht eine Struktur, die ein größeres Projekt in kleinere Schritte aufgliedert. Am Ende steht eine Checkliste mit Schritten und Wunschterminen. Am besten notierst du dazu, was dir noch fehlt, wobei du Hilfe oder zusätzliche Informationen brauchst.

Das funktioniert bei allem, bei dem ich Angst vor dem Umfang habe oder bei dem ich noch nicht weiß, wie ich es machen soll.

Strategie 2

Ich gehe spazieren, „pilgere“ sozusagen mit einer Frage, die mich beschäftigt. Während dessen begegnen mir manchmal neue Ideen, die eine Lücke schließen. Danach sind die Dinge oft klarer. Dann gehe ich wieder vor wie bei Strategie 1.

Das funktioniert, wenn ich mir noch nicht ganz sicher bin, ob etwas wirklich meins ist.

Strategie 3

Ich mache etwas komplett anderes oder erlaube mir, einen Tag lang das Faulsein zu übertreiben. D. h. konkret, dass ich bewusst das Gegenteil von dem tue, was mir aus meiner Sozialisierung heraus „vernünftig“ erscheint. Hier ein paar meiner Fautierstrategien für dich: Stillsitzen, Extremcouching, Meditieren, Wolken gucken, Träumen, Dummes Zeug denken, richtig Herumspinnen und gewagte Versionen entwickeln u.s.w.

Diese Strategie wirkt Wunder, wenn du dir zu viel aufgeladen oder den Überblick verloren hast. Gerade tauche ich aus einer solchen Phase wieder auf. Dieses Mal hat es mehr als einen Tag gedauert, weil ich mich in den vergangenen Wochen mal wieder zu sehr in ein Thema verbissen hatte. Dabei geht die Inspiration irgendwann verloren.

Diese Strategie des Loslassens funktioniert bei Überforderung und zu viel Druck.

Strategie 4

Ich belohne mich. Jeden Tag nur eine Sache, die keinen Spaß macht und mindestens drei, die richtig rocken. So bekomme ich auch Dinge getan, die ich nicht so mag. Ich belohne mich mit den angenehmen Dingen für mein Engagement bei den ungeliebten Aufgaben.

In diese Strategie fällt auch meine „Spaßdose“ – eigentlich müsste sie Wertschätzungsdose heißen. Spaßdose gefällt mir aber besser. Immer, wenn ich etwas geschafft habe, was mich Überwindung gekostet hat, schmeiße ich zwei Euro in mein kleines Schweinchen. Wenn du mit einem solchen „Spaßschweinchen“ arbeitest, sollte dieses Geld nur für Dinge ausgegeben werden, die dir entweder Spaß machen. Oder dein Selbstwertgefühl richtig pushen, z. B. Urlaub, dein Hobby oder etwas für deine Wohnung, an dem du dich erfreust.

Strategie 5

Ich spreche mit einem lieben Menschen darüber, dass ich mich mit etwas schwer tue. Dass ich es vor einem anderen Menschen zugebe, hat bei mir einen Mut machenden Effekt. Für mich ist sehr wichtig, dass dieser Mensch offen ist und keine Ratschläge gibt. Deshalb wende ich mich in unsicheren Phasen nur an Menschen, die Fragen stellen. Diese helfen mir, mich selbst besser wahrzunehmen.

Diese Strategie hilft, wenn ich mir etwas nicht zutraue oder unsicher bin.

Strategie 6

Ich putze oder räume meine Schränke auf. Eine meditative Beschäftigung für mich, bei der ich total ins Sichten und Sieben abtauche. Offensichtlich schafft das nicht nur im Außen Ordnung. Nicht selten ist die Lösung am nächsten Tag da und ich kann mich wieder konzentriert auf das stürzen, was ich mir vorgenommen habe. Kennst du diesen Effekt auch?

Diese Strategie hilft bei Überforderung, Unklarheit und Verwirrung.

Strategie 7

Ich treffe die Entscheidung, dran zu bleiben. Das ist für mich die wichtigste Strategie. Wenn ich Zeit für etwas brauche, das mir wichtig ist, dann erlaube ich mir nicht, es schleifen zu lassen. Ich weiß, dass das meiner Selbstachtung schaden würde, also versuche ich mich mutig zu stellen – egal, was dabei herauskommt. Das Motto lautet „Machen stärkt das Wollen“. Dabei sollten dir Fehler relativ egal sein. Es ist schlimmer, etwas nicht nicht zu tun, weil du dich nicht entscheiden konntest, als dir ein paar kleine Egobeulen zu holen.

Diese Strategie hilft fast immer.

Strategie 8

Ich trenne mich von Dingen und Menschen, die mir nicht gut tun. Manche Aufgaben und Beziehungen erfordern ein Engagement, dass meine Bereitschaft oder Möglichkeiten übersteigt. Das ist aber vorher gut zu prüfen, damit keine Zweifel bleiben. Das lässt sich am besten in einem Gespräch über Erwartungen und Bedürfnisse klären. Aufgaben, die dir nicht gut tun, kannst du delegieren oder sie generell auf  Notwendigkeit prüfen.

Strategie 9

Diese Strategie heißt Abgrenzung. Die Form der Abgrenzung, die ich in zeitengen Phasen praktiziere ist etwas anders, als das landläufig verstanden wird. Ich gehe dann davon aus, dass jeder Mensch, der etwas von mir will, einen Mund zum Reden hat. Das bedeutet konkret, ich reagiere nicht mehr auf unausgesprochene Wünsche, Bedürfnisse und Erwartungen. Erst dann bemerkst du, wie wenig echte Wünsche an dich herangetragen werden. Es gibt nicht viele Menschen, die ihre Wünsche aktiv ausdrücken. Du hast plötzlich Zeit ohne Ende 😉 Lies hierzu den Artikel 7 Schritte mit denen erfolgreich Abgrenzung gelingt.

Diese Strategie kann dir zu Beginn etwas ungewohnt vorkommen, aber sie ist super effektiv. Sie verschafft dir unmittelbar mehr Raum und Zeit.

Strategie 10

Ich mache ein Retreat mit mir selbst, d. h. ich ziehe den Stecker aus dem Telefon, mache meinen Rechner und das Handy aus und bin für ein bis zwei Tage nicht zu erreichen. Wenn du mit anderen zusammenlebst, brauchst du einen Ort, an dem du ungestört bist. In dieser Zeit geht es darum, nur hinzuspüren und mit dem zu sein, was ist. Schreiben hilft, dir die Dinge bewusst zu machen.

Alle diese Strategien funktionieren, wenn du dir regelmäßig Zeit für dich nimmst. Und wenn du dir hin und wieder dein eigenes Tempo erlaubst. Probiere die ein- oder andere Strategie aus und schreibe mir unten in den Kommentaren, welche Erfahrungen du damit gemacht hast.

Claudia

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12 Kommentare Neues Kommentar hinzufügen

  1. Carina sagt:

    Liebe Claudia,

    das sind ja geniale Ideen! Da werde ich mir sicher die eine oder andere abschauen und für mich nutzen. Strategie Nr 3 – und da vor allem Dummes Zeug denken – funktioniert bei mir auch heute schon sehr sehr gut!

    Herzliche Grüße und bis bald,
    Carina

    1. Liebe Carina,

      vielen lieben Dank für Dein Feedback. Das erste, was ich dachte, war „Das funktioniert bei mir auch am besten.“ und heute bin ich dieser Strategie dann gleich mal gefolgt. An die anderen Strategien muss ich mich immer wieder erinnern. Es hat mir gut getan, mir sie durch den Artikel wieder bewusst zu machen. Ich freue mich, dass für Dich auch etwas dabei war.

      Liebe Grüße und bis bald
      Claudia

  2. Hallo, liebe Claudia,
    was für ein toller Beitrag. Vielen Dank, dass du deine Strategien mit deinen Lesern teilst. Gerade Strategie 8 finde ich schwer, besonders, wenn es um Bekanntschaften oder sogar Freundschaften geht. Das sind echt Herausforderungen. Aber ich finde es gut, Beziehungen immer mal wieder zu prüfen. Manchmal tut man sogar beiden Seiten einen Gefallen.
    Herzliche Grüße schickt dir,
    deine Susanne

    1. Liebe Susanne,

      ich danke Dir, dass Du mir die Möglichkeit gegeben hast, darüber mal wieder nachzudenken. Es hat mir Spaß gemacht, an deiner Blogparade teilzunehmen.

      Mir geht es wie dir. Strategie 8 fällt mir auch am schwersten. Aber, wie Du schon sagst, ist es manchmal für beide Seiten besser, wenn man ein bisschen auf Abstand geht.

      Bis bald und herzliche Grüße
      Claudia

  3. Liebe Claudia,
    ich finde Deinen Artikel super. Und viel deiner Strategien wende auch ich an – zumeist unbewusst. Doch beim genaueren Betrachten gewinnt man auch wenn man mal einen Faulenzertag einlegt, wieder mehr Zeit.
    Denn bevor ich meine Zeit verschwende, weil es irgendwie nicht richtig von der Hand geht und man dann diese eh nur absitzt dann gleich ganz aufhören, den Kopf frei bekommen und sich ein / zwei Tage später nochmals ransetzen, Meist klappt es dann wie von selbst.
    Liebe Grüße
    Birgit

    1. Liebe Birgit,

      ich danke Dir für deine Zeilen. Es freut mich, dass Dir ganz ähnliche Strategien eingefallen sind. Es ist so hilfreich, sich gut zu kennen und zu wissen, was bei einem selbst funktioniert. Ich empfinde die Arbeit nach so einem „Faultier“-Tag als viel gesammelter und strukturierter. Da geht es mir ganz ähnlich, wie Dir.

      Einen wunderbaren Tag und liebe Grüße
      Claudia

  4. Liebe Claudia,
    vielen Dank noch mal, dass du dich an meiner Blogparade „Endlich Zeit finden“ beteiligt hast! Du und deine Blogleser finden jetzt alle 33 Blogartikel in meinem Resümee-Beitrag 7 wertvolle Gedanken über die Zeit, die du kennen solltest
    http://emotures.de/allgemein/7-wertvolle-gedanken-ueber-die-zeit-die-du-kennen-solltest

    Im August erscheint zu der Blogparade ein e-book, in dem ich alle Blogartikel strukturiert aufbereite und auch dir gerne zur Verfügung stelle. Denn das Thema „Zeit“ beschäftigt uns alle – in verschiedenen Lebensbereichen. Über neue Ideen, Erfahrungen anderer und ganz praktische Tipps können wir hoffentlich künftig alle mehr „Zeit finden“, „Zeit haben“ oder „Zeit gewinnen“.
    In diesem Sinne wünsche ich dir viel wertvolle Zeit für die wichtigen Dinge im Leben. Ganz herzliche Grüße schickt dir,
    deine Susanne

    1. Liebe Susanne,

      da gibt es ja eine Menge wertvollen Inhalt zum Thema „Zeit finden“. Meine LeserInnen werden sich freuen, so viele gute Tipps zu diesem Thema in Deinem Blogbeitrag zu finden. Vielen Dank nochmals, dass ich an Deiner wunderbaren Blogparade teilnehmen durfte. Es hat Spaß gemacht und ich habe viel darüber gelernt, wie man eine Blogparade professionell und mit gutem Inhalt erstellt.

      Ganz liebe Grüße und bis bald
      Claudia

  5. Janine sagt:

    Liebe Claudia.
    Das ist ein wunderbarer Artikel mit tollen Strategien, und ich habe einige Ergänzungen für meine Sammlung entdeckt 🙂 Ich stelle immer wieder fest, wie ähnlich wir uns doch sind, denn auch ich bin ein Sprinter und kenne den Spurt über die Grenzen hinaus. Gut ist, dass man mit der Zeit gelernt hat frühzeitig abzubremsen, wenn es auch nicht immer gelingt. Ich freue mich weiteres von dir zu lesen.
    Liebe Grüße
    Janine

    1. Liebe Janine,

      ganz lieben Dank für Deinen Kommentar. Wie schön, dass du deine Sammlung noch ergänzen konntest. Das mit dem Abbremsen ist ein schönes Bild. Irgendwie bin ich meine Sprints und Vollbremsungen leid. Ich probiere es jetzt mal mit einer ausgedehnten Wanderung mit Rast an schönen Plätzen. So habe ich mehr Zeit, an den Blumen zu riechen und Pferde zu streicheln. Irgendwie ist das Sprinten auch ein bisschen, wie auf der Flucht sein, zumindest habe ich das häufig so empfunden. In diesen Zeiten findet so wenig Genießen statt.

      Liebe Grüße
      Claudia

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