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Meine 7 wichtigsten Learnings aus 2017 und eine inspirierende Ausrichtung

Meine 7 wichtigsten Learings

Seit es diesen Blog gibt, erscheint einmal im Jahr ein Jahresrückblick mit Ausblick auf das nächste Jahr. In diesem Jahr möchte ich dir vor allem von meinen Lektionen berichten. Denn diese hatten es in sich.

Im Dezember hat Marit Alke wieder zu ihrer Blogparade „Was war – was bleibt – was kommt“ eingeladen. Für mich war sofort klar, dass ich wieder mitmache. Wie das InspiCamp ist auch diese Blogparade inzwischen eine Institution mit hohem Nutzen. Mir würde etwas fehlen, wenn eines von beidem plötzlich ausbliebe.

Ich nutze ihre Einladung nun bereits im dritten Jahr, um mit der Leserbrille auf das ausklingende Jahr und auf meine Planung für das kommende zu blicken. Das ermöglicht mir, noch einmal aus einer anderen Perspektive zu schauen, als bei  meiner Jahresplanung im stillen Kämmerlein. Während ich für meine Leser schreibe, werden mir Dinge bewusst, die noch nicht ganz rund sind. Ich merke es daran, dass ich zögere sie auszudrücken. Deshalb brauche ich für diesen Blogartikel auch immer etwas länger.

Ein herausforderndes Jahr

Dieses Jahr war… Ich sage es mal so: „Eins davon reicht mir!“ Bereits im Januar hat es mich herausgefordert. Statt wie geplant durchzustarten, bremste mich eine hartnäckige Erkrankung und eine mir ansonsten unbekannte Lustlosigkeit aus. Ich fühlte mich unwohl und mir fehlte die Vision für mein Business. Es wollte sich einfach kein klares Bild zeigen. Dementsprechend halbherzig fiel meine Jahresplanung aus. Da ich dieses Gefühl bereits kannte, wusste ich was ich zu tun hatte.

Um mehr Klarheit zu bekommen, was da werden will, brauchte ich Zeit für mich, also habe ich mich in 2017 häufiger zurückgezogen. Ich veröffentlichte weniger, reduzierte die Live-Seminare und fuhr sogar die Zahl der Coachings herunter. In diesen Rückzugsphasen kümmerte ich mich ausschließlich um mich, mein Leben und mein Business. In dieser Zeit ließ ich meine eigenen Erfahrungen mit Führung noch einmal auferstehen, um mir klarer darüber zu werden, was genau es mit diesem Thema auf sich hat. Wie immer wenn ich mich mit einem Thema intensiv beschäftige, kamen auch von außen Denkanregungen auf mich zu.

Wer mich kennt weiß, dass ich nicht vor Herausforderungen zurückschrecke, sondern mitten durch sie hindurch gehe. Das ist nicht immer der angenehmste aber meistens der Weg mit dem größten Entwicklungspotenzial. Offensichtlich war 2017 ein Jahr, in dem es viel zu lernen gab.

Meine 7 wichtigsten Learnings aus 2017

Ich habe mich nicht darum gerissen, mich aber irgendwann dem Leben und seiner Forderung hingegeben. Das habe ich dabei gelernt:

1. Loslassen bringt Klarheit.

Meine anfängliche Lustlosigkeit hat mich zunächst beängstigt. Der erster Impuls war, darüber hinweg zu gehen und noch mehr zu arbeiten. Da ich mit dieser Strategie aber noch nie besonders erfolgreich war, entschied ich mich dagegen. Stattdessen folgte ich meinem Motto für 2017 „Weniger ist mehr.“ und trennte mich von allem, was schwer geworden war oder nicht mehr zu mir gehörte. Je mehr ich losließ, desto mehr Klarheit stellte sich ein.

2. Manchmal braucht es Hingabe statt große Ziele.

„Du musst Ziele haben, sonst…!“ so tönt es durch die sozialen Medien. Was aber, wenn dein einziges Ziel ist, wieder gesund zu werden? In den letzten zwei Jahren ging es mir gesundheitlich zunehmend schlechter. Ich konnte mich nicht mehr konzentrieren, schreiben fiel mir schwer und ich fühlte mich kraftlos. Das hat mir Angst gemacht, besonders weil zunächst nicht klar war, was mir fehlt. Während dieser Phase haben mich Ziele völlig überfordert. Deshalb bin ich dazu übergegangen, nur noch hinzuspüren, was das Leben heute, hier und jetzt von mir will.

3. Hingabe führt in etwas hinein, was größer ist als Ziele.

Diese Hingabe an das Leben hat mich im Laufe des Jahres mit etwas verbunden, wovon ich nicht wusste, dass – oder besser gesagt in welchem Umfang es – in mir existiert: Den Wunsch, Einfluss zu nehmen auf die zwischenmenschliche Kultur in Unternehmen. Mir wurde klar, dass mir der Ist-Zustand seit Jahren ein Stachel im Fleisch ist. In der Auseinandersetzung damit spürte ich Inspiration und einen deutlichen Handlungsimpuls.

4. Nicht alles, was mit Herzblut entstanden ist, wird weiter benötigt.

Als ich vor knapp drei Jahren damit begann, mein Business auch online sichtbarer zu machen, habe ich mich voll ins Tun gestürzt. Dabei sind Online-Kurse entstanden, die ich inzwischen nicht mehr anbiete. Unendlich viele Stunden Arbeit und eine Menge Herzblut stecken darin. Jeder dieser Kurse war wertvoll und gut. Und doch waren sie nun nicht mehr stimmig. Ich entschied, alle diese Kurse loszulassen und das Thema noch einmal neu zu denken.  Die Themen Empathie, Achtsamkeit, Integrität und Kommunikation sind nach wie vor meine Themen. Es geht nun darum, sei auf neue Weise umzusetzen.

5. Manchmal lohnt es sich, völlig neu zu denken.

Aus meiner Arbeit mit Klienten und Seminarteilnehmern wusste ich, dass die Inhalte meiner Programme vor allem Führungskräften helfen. Zwar hatte ich das in der Vergangenheit nicht explizit betont, aber die Rückmeldungen bestätigten dass sie besonders davon profitieren. Deshalb habe alles Kursmaterial noch einmal aus dieser neuen Perspektive betrachtet.

Auf diesem Wege ist das Empathic Leadership Programm entstanden. Das Programm enthält mein Wissen aus über 30 Berufsjahren – fünf davon in der Führung – und 18 Jahren Tätigkeit als Trainer und Coach. Es brauchte ein wenig Muße und Stille, um klar erkennen zu können, was da werden will. Aber Führung wird nur eines meiner zentralen Themen sein. In der letzten Zeit habe ich erkannt, dass meine Erfahrungen aus über 30 Jahren im Marketing wieder mehr Raum einnehmen wollen.

6. Gemeinsam geht es leichter

In den Jahren zuvor habe ich neben meiner intensiven Arbeit mit meinen Klienten überwiegend alleine gearbeitet. Als Mensch, der Verbundenheit und Austausch schätzt, konnte mich das auf Dauer nicht glücklich machen. Deshalb habe ich bereits in 2016 mehr Austausch gesucht. Das konnte ich in 2017 weiter ausbauen. Dadurch habe ich wertvolles Feedback sowie Unterstützung erhalten und mich dadurch gut verbunden gefühlt. Durch die Menschen, die mich in einem der schwersten Jahre meines bisherigen Lebens begleitet haben, habe ich durchgehalten. Sie haben mich nicht nur in meinem Business weitergebracht, sondern waren auch da als es mir gesundheitlich richtig schlecht ging. Das war Balsam auf meine Seele!

7.  Mit wenig Zeitaufwand lässt sich viel erreichen.

Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht aufgebe. Das ist eine gute Eigenschaft für die Selbständigkeit. Sie hat mich häufig weitermachen lassen, wo andere die Segel gestrichen hätten. In diesem Interview erzähle ich von einem dieser einschneidenden Ereignisse. In 2017 hat mich diese Eigenschaft in anderer Weise weitergebracht. Durch meine Erkrankung musste ich mich entscheiden, wie ich meine Energie einsetze. Ich wusste nicht, ob und wann ich wieder zu Kräften komme. Da mein Business eine meiner Herzensangelegenheiten ist, habe ich mir regelmäßig die Frage gestellt:

Wie kann ich mit wenig Zeit- und Energieaufwand dennoch für meine Kunden da sein und mein Business voran bringen?

Diese Frage hat mich fokussiert. Ich habe tatsächlich mit weniger Aufwand in einem Jahr mein komplettes Business umgebaut. Zwar war dieses Jahr monetär nicht erwähnenswert. Dennoch betrachte ich es als ein erfolgreiches Jahr, denn nun kann ich meinen Kunden ein gut durchdachtes und stimmiges Angebot machen. Das hilft mir, den Fokus noch klarer zu setzen.

Besinnung bedeutet, den Sinn finden.

Gerade Selbständigen fallen Rückzüge und Besinnungszeiten manchmal schwer. Dieses „sich herausnehmen“ kann Existenzängste aktivieren. Es könnte den Ruin bedeuteten, die Kontrolle für längere Zeit loszulassen. Ich kenne keinen Selbständigen auf dem Weg zum Unternehmer, der diese Angst nicht kennt. Und doch müssen wir manchmal genau das tun, um wieder in Verbindung mit dem Wesentlichen zu kommen.

Rückzug ermöglicht Besinnung auf das, was wirklich wichtig ist. Klick um zu Tweeten

Durch dieses in uns gehen lassen wir alles weg, was nicht mehr mit uns übereinstimmt und finden zum Sinn unseres Tuns zurück.

Diesen Menschen möchte ich danken!

In diesem Jahr habe ich wertvolle Unterstützung bekommen, wie selten zuvor. Bei diesen Menschen möchte ich mich an dieser Stelle von Herzen bedanken.

An erster Stelle nenne ich meine Kunden, die mir die Treue gehalten haben, obwohl ich in diesem Jahr weniger präsent war. Meinen LeserInnen danke ich, dass sie sich im Laufe dieses Jahres mit weniger Blogbeiträgen zufrieden gegeben haben. Einige haben mir ihr Feedback zu meinem neuen Weg geschrieben. Das war sehr hilfreich. Diesen Austausch mit meinen Lesern möchte ich zukünftig weiter ausbauen. Soviel sei verraten: Im Frühjahr kommt ein neuer Kommunikationskanal hinzu!

Wertvolle Unterstützung kam in diesem Jahr von meiner Mutter. Sie hat mir während meiner Erkrankung und darüber hinaus Rückhalt gegeben. Von Herzen Danke, Mom!

Lioba Heinzler danke ich für ihren festen Glauben an mich, für’s Mut machen, für ihr Mitgefühl und die Unterstützung in einem Moment, in dem ich nicht mehr weiter wusste. Und nicht zuletzt danke ich ihr für den wertschätzenden kollegialen Austausch. Ich kann jedem Unternehmer empfehlen, Sie als Mentorin zu buchen. Mit ihr im Rücken wächst es sich leichter.

Danken möchte ich auch allen Teilnehmern des InspiCamps 2017. Diese zwei Tage haben mir einen gehörigen Motivationsschub gegeben. Ich habe mich sehr gefreut, einige Online-Bekanntschaften nun live zu treffen. Das nächste Mal bin ich wieder dabei.

Sandra Heim und Shailia Stephens danke ich für einen inspirierend tiefen Tauchgang im Blue Ocean.

Für den kostbaren Austausch, gute Zusammenarbeit und wertvolle Impulse danke ich Carina Schimmel, Michaela Steidl, Daniel Marsch, Susanne Rohr und Rositta Beck. Ich freue mich schon auf weitere Gespräche und Begegnungen mit euch.

Eine inspirierende Ausrichtung

Ich war selten so früh mit meiner Jahresplanung fertig. Es ist eine Befreiung, meine gewohnte Klarheit zu spüren. Dafür danke ich mir selbst. Gegen alle Vernunft habe ich mir in diesem Jahr diverse Rückzüge gegönnt. Das Ergebnis lässt mich zuversichtlich nach vorne schauen. Selten war mein Visionboard so übersichtlich. Wenn ich darauf schaue, zeigt sich ein glasklarer Fokus für 2018 und der lautet:

„Folge der Freude und Begeisterung!“

Ich freue mich darauf und bin gespannt, wohin mich dieser Fokus führen wird.

Gibt es in deinem Jahr einen Fokus, der dich wirklich inspiriert? Erzähle mir davon unten in den Kommentaren.

Claudia

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