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Mit diesen 2 Fragen nimmst du deine Bedürfnisse leichter wahr!

Bedürfnisse leichter wahrnehmen

In unserer schnelllebigen Zeit nehmen wir uns häufig keine Zeit, zu unseren Bedürfnissen hinzuspüren. Deshalb bleiben viele von ihnen häufig unbewusst. Mit unangenehmen Folgen.

Burnout oder Depressionen sind häufig die Folge, wenn Bedürfnisse über einen längeren Zeitraum ignoriert werden. Dabei ist es eine Illusion zu glauben, wir könnten unsere Bedürfnisse ignorieren. Sie bleiben in uns vorhanden, auch wenn wir sie nicht mehr wahrnehmen. Irgendwann brechen sie wieder durch. Wenn wir nicht gelernt haben, sie wahrzunehmen und richtig einzuordnen, stehen wir auf dem Schlauch.

Das Wesen der Bedürfnisse

Manche Bedürfnisse werden uns erst bewusst, wenn sie über einen langen Zeitraum unerfüllt blieben. Etwa wenn wir uns zu lange um die Bedürfnisse anderer gekümmert haben. Es kann sehr schmerzhaft sein, mit einem Bedürfnis zu sehr ins Minus zu rutschen. Die Gefühle, die wir dann fühlen sind unangenehm. Manchmal berühren diese Gefühle alte Wunden. Deshalb der Widerstand. Sie zeigen aber auch auf die Bedürfnisse, die sich jetzt unsere Aufmerksamkeit wünschen. Erfüllen wir diese Bedürfnisse, geht es uns schlagartig besser. Das verdeutlicht, wie wichtig Bedürfnisse für unser Wohlbefinden wirklich sind.

Gefühle sind die Warnlampen unserer Bedürfnisse! Klick um zu Tweeten

Unbewusste Bedürfnisse haben die Tendenz, sich einen Weg zu bahnen, um doch noch erfüllt zu werden. Dabei entwickeln sie ein interessante Eigenleben und seltsame Strategien. Damit das nicht geschieht und wir unsere Selbstbestimmung behalten, müssen wir die Verantwortung für sie übernehmen. Nur so können wir vermeiden, dass wir uns unbewusst bei anderen bedienen und so von ihnen abhängig machen.

Eigenverantwortung – als Basis für innere Autonomie – bedeutet hier, dass wir lernen unsere Bedürfnisse wahrzunehmen, uns ihnen zuwenden und sie zeitnah erfüllen oder offen um Erfüllung bitten.

Emotionale Bedürfnisse und unsere Haltung ihnen gegenüber

Es ist nicht selbstverständlich, dass andere Menschen unsere Bedürfnisse erfüllen. Wir selbst tragen hierfür die Verantwortung – ganz egal, um welches Bedürfnis es sich dabei handelt. Eine Möglichkeit ist, andere um Erfüllung zu bitten. Dieser Weg ist jedoch vielen verschlossen, weil diese Bitte von ihnen selbst als Ausdruck von Schwäche gewertet wird. Hier geht es dann darum, diese Bewertung zurück zu nehmen und dem Bedürfnis Raum zu geben. Eine andere ist, sich selbst gegenüber einen heilsamen Umgang mit ihnen zu finden. So ist die Erfüllung eines Bedürfnisses durch einen anderen Menschen immer als Geschenk und nicht als Selbstverständlichkeit zu betrachten.

Unter Zwang neigen Menschen dazu, sich zu verschließen. Sie verweigern sich, weil bei ihnen selbst ein Bedürfnis nicht erfüllt ist – das Bedürfnis nach Wahlfreiheit. Das ist übrigens das wichtigste Bedürfnis für das Gefühl der Ebenbürtigkeit – auch Augenhöhe genannt. Wenn du also jemanden um Erfüllung eines Bedürfnisses bittest, schenke ihm Wahlfreiheit. So wirst du eher auf offene Ohren und Herzen treffen.

Emotionale Bedürfnisse mit Sonderstatus

Allen Bedürfnissen, die uns in unserem Wachstum, unserer Identität oder Sein stärken, kommt eine besondere Bedeutung zu. Auch wenn wir das nicht wahrhaben wollen, sind sie es, die unsere Beziehungen leicht oder kompliziert machen. Werden sie nicht erfüllt, fühlen wir uns in Beziehungen langfristig nicht wohl.

Gemeint sind emotionale Bedürfnisse, wie…

  • Mitgefühl und Verständnis
  • Wertschätzung
  • Anerkennung und Würdigung
  • Beachtung, gesehen oder wahrgenommen werden, Aufmerksamkeit, Interesse
  • Da sein dürfen
  • Achtung und Respekt
  • Zeit und Raum
  • Zuwendung und Wärme
  • Gnade
  • Güte

Bedürfnisse sind der Schlüssel für unsere innere Freiheit und Selbstbestimmung. Ein Mensch, der einen eigenverantwortlichen Umgang mit seinen Bedürfnissen hat, fühlt sich in seinen Beziehungen autonomer. Er ist weniger abhängig und bedürftig, weil er einerseits offen zu seinen Wünschen und Bedürfnissen steht, andererseits aber auch mit einem Nein umgehen kann.

Klarheit über deine Bedürfnisse

Im ersten Schritt geht es deshalb immer darum, Bedürfnisse wahrzunehmen. Nur wer sie wahrnimmt, kann sie auch benennen und anderen gegenüber ausdrücken. Damit bilden sie eine wichtige Basis für die Fähigkeit der Abgrenzung. Darüber hinaus hilft die Kenntnis der eigenen Bedürfnisse dabei, Bedürfnisse in anderen wahrzunehmen und sie anzusprechen. Es verbessert also die Fähigkeit der empathischen Anteilnahme.

Um Bedürfnisse richtig einzuordnen solltest du dir bewusst sein,…

  • welche Bedürfnisse du hast.
  • wie du zu ihnen jeweils stehst – sie bewertest.
  • wie du sie dir erfüllst.

Je besser dir das gelingt, desto souveräner und freier fühlst du dich in deinen Beziehungen.

So klärst du deine Bedürfnisse

Die Frage „Wie kann ich meine Bedürfnisse leichter wahrnehmen?“ wird häufig an mich herangetragen. In diesem älteren Video beantworte ich diese Frage und gebe dir zwei Fragen an die Hand, mit denen Du mehr Klarheit über deine Bedürfnisse bekommst:

Wie machst du dir im Alltag Bedürfnisse bewusst? Schreibe gerne deine Ideen in die Kommentare.

Deine

Claudia

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2 Kommentare Neues Kommentar hinzufügen

  1. Sabine sagt:

    Ein sehr wertvoller Beitrag mit dem Veranschaulichen des „mir selbst erfüllens“. Jetzt gibt es (fast) keine Ausrede mehr… Bei zwei Bedürfnissen jedoch bin ich recht unklar wie ich mir das selbst erfüllen kann. Das Bedürfnis nach körperlicher Nähe (nicht sexueller Natur) und das Bedürfnis nach Anerkennung/ Gesehen werden als Frau. Vielleicht hast du ja ein paar wertvolle Hinweise/ Inspirationen?

    1. Guten Tag Sabine,

      herzlichen Dank für Deine Gedanken. Die Frage beantworte ich sehr gerne. Ich glaube, es ist ein wichtiger Schritt, Verantwortung für die eigenen Bedürfnisse zu übernehmen. Damit werden wir bewusst und frei. Dabei ist sich selbst Bedürfnisse erfüllen nur ein Weg von vielen. Wenn Du Dir körperliche Nähe wünschst, kannst Du auch darum bitten. Es gibt viele Wege, die uns meist erst dann einfallen, wenn wir unseren Fokus (meist ist das Partnerschaft) mal für einen Moment loslassen. Zu dem zweiten Bedürfnis fällt mir eine Übung ein, die nicht jede/r durchhält. Dabei geht es darum, die Frau in dir wirklich anzuschauen – am besten nackt vor dem Spiegel (10 Minuten lang). Achte dabei auf deine Gedanken. Solange noch eine Bewertung darin ist, ist Deine Anerkennung und Würdigung gegenüber der Frau in Dir noch nicht voll da. Mein wichtigster Tipp im Umgang mit Bedürfnissen ist, sie wirklich da sein zu lassen und dir zu erlauben, die Sehnsucht ganz zu spüren, ohne sie direkt an eine Person zu binden. Sobald keine Bewertung mehr da ist, ist das Bedürfnis integriert und frei für die Erfüllung. Dann ergeben sich meist auch im Außen die entsprechenden Situationen.

      Ich hoffe, das hilft dir ein bisschen weiter.

      Liebe Grüße
      Claudia

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