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Persönliche Krisen meistern – Selbstfürsorge aktivieren

Persönliche Krisen meistern - Selbstfürsorge aktivieren

Jedem Menschen widerfährt irgendwann im Leben einer größeren Krise. Niemand bleibt davon gänzlich verschont. Wir werden gekündigt oder gemobbt, erfahren Gewalt, werden krank, verlieren geliebte Menschen oder trennen uns. Jede einzelne dieser Situationen kann uns aus der Bahn werfen. Vormals starke und lebensfrohe Menschen verschwinden plötzlich von der Bildfläche und lecken im Verborgenen ihre Wunden.

Die Herausforderung

In Krisen sind wir sehr verletzlicher als sonst. Auf einmal ist alles anders. Wie fühlen uns angeschlagen. Von heute auf morgen erfüllen können wir nicht mehr die Anforderungen erfüllen, die gesellschaftlich oder beruflich gefordert werden. Trauernde oder kranke Menschen sind weniger leistungsfähig und gesellig als zuvor. Diejenigen, die ihren Job verloren haben, vermissen plötzliche ihre innere Orientierung. Statt zu wissen, wie es weitergeht, ist da nur noch Leere. Wer Gewalt erfahren hat, wünscht sich sein Vertrauen in die Welt wieder zu finden. Nichts ist mehr wie zuvor. Das Leben zeigt uns eine Situation, die weit entfernt ist von unserer Vorstellung von einem glücklichen Leben.

Die Herausforderung ist, trotz Krise im Einklang mit dir zu sein! Klick um zu Tweeten

In diesem Beitrag zeige ich 6 Wege auf, wie du dich einer persönlichen Krise nähern kannst. Diese verschiedenen Perspektiven sollen dir helfen, Krisen leichter zu überstehen oder sogar gestärkt aus ihr hervor zu gehen. Zu jeder einzelnen Perspektive erwartet dich eine Einleitung mit einem Video. Am Ende jedes Videos erhältst du je 3 Fragen zur Reflexion über das Thema.

Dieser Artikel ist ein Notfall-Kit, für das du ein bisschen mehr Zeit benötigst. Ich empfehle Dir, täglich nur eine der folgenden sechs Perspektiven einzunehmen:

6 Wege,  sich einer Krise zu nähern

  1. Bedeutung der Krise entdecken
  2. Mut finden
  3. Scham verstehen
  4. Um Hilfe bitten
  5. Aufmerksamkeit lenken
  6. Selbstfürsorge aktivieren

Ich biete dir hier keinen Handlungsleitfaden an, sondern lade dich ein, aus verschiedenen Blickwinkeln auf dich und die Situation zu schauen. Neue Perspektiven helfen dir dabei offen zu bleiben für das, was sich in deinem Inneren zeigt.

1. Die Bedeutung der Krise erkennen

Es gibt verschiedene Wege, eine Situation zu klären. Die meisten Menschen versuchen zunächst die Situation zu analysieren. Das macht grundsätzliche Sinn, hat aber auch einen Haken. Analyse bedeutet, die Dinge neu einzuordnen. Es handelt sich dabei also um eine Form von Bewertung. Der Versuch zu verstehen führt dann leicht leicht auf die falsche Spur. Dieses „Warum“ bringt uns in die Vergangenheit und verursacht entsprechende Gefühle. In der Erinnerung können wir nichts verändern – auch wenn unser Verstand das gerne glauben will. Die Erinnerung – also ein Gedanke – wird zur zusätzlichen Belastung, weil sie unangenehme Gefühle auslöst. Sind die Gedanken negativ gefärbt – und das sind Bewertungen meistens -, erfahren wir unangenehme Gefühle. Dann kommen zu der schmerzhaften Situation auch noch Gefühle, wie Schuld oder Scham hinzu. Wir leiden mehr, als wir müssten.

Deshalb geht es eher darum, sich die Bedeutung einer Krise auf andere Weise zu erschließen. Auf eine Weise, die unangenehme Gefühle reduziert und angenehme verstärkt.

Unangenehme Gefühle sind eine Folge von negativ gefärbten Gedanken! Klick um zu Tweeten

In diesem Video lade ich dich zu einer anderen Form der Situationsklärung ein. Für mich ist dieser Weg (selbst-)empathischer als die Analyse. Schau dir das 1. Video an:

Inhalt des Videos:

1. Was meine ich mit der Bedeutung einer Situation und was nicht.
2. Welche Fragen führen dich zu der emotionalen Bedeutung der Situation?
3. Welche Fragen führen zu Annahme und darüber auch zu einer Veränderung?

2. Mut finden

In Krisen überkommen uns Ängste, die uns auf den ersten Blick wie unüberwindbare Hindernisse erscheinen. Wir suchen nach Wegen, wie wir diesem unangenehmen Gefühl entkommen. Leider verlängern wir so unser Leid. Manche Abkürzung hat sich bei mir später als Umweg herausgestellt.

Der schnellste Weg eine Angst loszuwerden ist, ihr mutig ins Gesicht zu schauen und durch das Gefühl hindurch zu gehen. Wie du den Ängsten in Krisen mutig ins Gesicht schaust, erfährst du in diesem Video:

Inhalt des Videos:

1. Herausfinden, um welche Angst es geht.
2. Der Angst mutig ins Gesicht schauen – Worst Case Szenario.
3. Die Angst im Körper spüren und von ihr zu lernen, was sie braucht.

3. Scham verstehen

Scham ist eng an die eigene und die gesellschaftliche Moral gebunden. Dieses in unserer Gesellschaft sehr unwillkommene Gefühl macht jedoch entwicklungsgeschichtlich Sinn. Scham soll uns seit je her vor Ächtung und Ausgeschlossensein bewahren. Die gesunde Scham lässt uns berührbar, verletzlich und mit unserer Würde verbunden sein. Mit der „falschen“ Scham fühlen wir uns klein und nicht mehr zugehörig. Sie bewirkt das Gegenteil. Mit ihr schämen wir uns für unsere Verletzlichkeit. Nicht selten tritt dann an die Stelle der Würde der Stolz. Dabei hat der Stolz nicht dieselbe schützende Kraft wie die Würde.

In persönlichen Krisen sind wir besonders anfällig für Scham. Es gelingt es uns nicht mehr, unsere gewohnte Stärke zu leben. Vielleicht erleben wir sogar Ablehnung oder Ignoranz aufgrund unserer Situation. Oder wir bekommen ständig gut gemeinte Ratschläge, durch die wir uns noch unfähiger fühlen. Krisen sind für den, der gewohnt ist zu funktionieren und stark zu sein, Herausforderungen zu wachsen. Gleichzeitig sind sie Lektionen in Demut, die sehr lehrreich sein können.

In diesem Video erfährst du, wie du Scham verstehst und daraus Wachstum generierst:

Inhalt des Videos:

1. Was Scham auslöst.
2. Welche Geschichte im Hintergrund läuft.
3. Wie du dich der Scham näherst.
4. Warum dein Verständnis so wichtig ist.
5. Was die Scham wirklich braucht.

4. Um Hilfe bitten

Besonders den „Starken“ fällt es schwer, in einer Krise um Hilfe zu bitten. In dem vorigen Video habe ich darüber gesprochen, was die Gründe dafür sein können. Menschen, die gewohnheitsmäßig anderen eine Stütze sind, fühlen eine Verunsicherung, wenn sie selbst auch einmal Hilfe benötigen.

In der Krise ist es besonders wichtig, sozial eingebunden zu sein. Klick um zu Tweeten

Wenn wir uns in der Vergangenheit immer stark gezeigt haben, ist unser Umfeld sehr daran gewöhnt. In den Köpfen dieser Menschen ist so etwas wie ein Image entstanden. Aus diesem Bild resultieren bestimmte Erwartungen, die uns in der Krise im Weg stehen können. Es ist gut möglich, dass wir uns selbst ebenso sehen – unsere eigene Erwartung uns einflüstert, dass wir weiter funktionieren müssen.

Mit den Antworten auf die Fragen aus diesem Video kannst du leichter nachvollziehen, warum es manchen so schwer fällt um Hilfe zu bitten.

Inhalt des Videos:

1. Was es so schwer macht, um Hilfe zu bitten.
2. Die Folgen von Zögern.
3. Gute Vorbereitung ist alles. Was genau brauchst du?
4. Wie du ein Hilfegesuch ausdrückst und gleichzeitig deine Würde wahrst.

5. Aufmerksamkeit lenken

Sicherlich kennst du die Aussage „Think positiv“. Es wäre schön, wenn wir einfach nur positive Affirmationen aufsagen bräuchten und hex, hex wäre das Leben wieder glücklich. Leider funktioniert das so nicht. Wenden wir in Krisen das positive Denken an, können sich die unangenehmen Gefühle sogar noch verstärken.

Warum? Weil das Unbewusstes das Ruder in der Hand hält. Wendest du eine Affirmation an und dein Unterbewusstsein ist vom Gegenteil überzeugt, wird der unbewusste Glaubenssatz aktiviert. Durch die erhöhte Aufmerksamkeit in Form deines Widerstandes bekommt nun der negative Gedanke die volle Energie. Statt auf den positiven bist du nun auf den negativen Glaubenssatz ausgerichtet, ohne davon etwas mitzubekommen. Das bedeutet nicht, dass du dich ganz deinen negativen Gedanken überlassen solltest.

Mir begegnet in meiner Praxis manchmal eine wage Angst vor diesen unbewussten Gedanken. „Besser ich sehe sie nicht, dann sind sie auch nicht da.“. Als wären sie magisch und dürften nicht genannt werden, wie der Name des dunklen Lords aus Harry Potter. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Gegenteil zutrifft. Unbewusste Gedanken haben solange Macht, wie sie unbewusst sind. Ungeprüft können sie in uns ihr Unwesen treiben und haben so Macht über unser Leben.

Es sind die ungeprüften Gedanken, die ohne Führung in uns ihr Unwesen treiben! Klick um zu Tweeten

Heben wir sie ins Bewusstsein, ist der böse Zauber gebannt. Heute stelle ich dir einen Weg vor, mit dem du deine Gefühle lenken kannst. Du lernst ein mächtiges Tool kennen, das nicht nur in Krisen echte Wunder bewirkt. Und das, ohne dein Unterbewusstsein zu übergehen. Du arbeitest nur mit Kraftquellen, die schon in dir sind – sogar in Krisen.

Schau in diesem Video, wie du deine Aufmerksamkeit in Richtung Wohlbefinden lenkst:

Inhalt des Videos:

1. Wo findest du jederzeit in dir Kraft- und Freude?
2. Wie lenkst du den Fokus dorthin und hältst ihn aktiv?
3. Wie verstärkst du diese Erfahrung und nimmst sie in den Alltag mit?
4. Wie nimmt du sie in deinen Alltag mit.

6. Selbstfürsorge aktivieren

Eine freundliche sich selbst zugewandte Haltung ist in Krisen besonders wichtig. Wenn wir krank oder aus anderen Gründen nicht voll auf der Höhe sind, brauchen wir eine liebevolle Haltung uns selbst gegenüber. Nur so können wir die Kräfte mobilisieren, die wir brauchen, um eine Krise durchzustehen.

Selbstfürsorge ist die Fähigkeit, sich selbst gegenüber wohlwollend zu handeln, nach sich zu schauen und die eigenen Bedürfnisse und Wünsche zu erfüllen.

Das bedeutet, sie beginnt mit der Entscheidung, sich selbst wieder mehr in den Fokus zu nehmen. Menschen, die sich damit schwer tun, eigene Bedürfnisse zu erfüllen, sind nicht so widerstandsfähig gegen Stress und brennen schneller aus.

In diesem Video erzähle ich dir, wie du Selbstfürsorge und Selbstempathie aktivierst:

Inhalt des Videos:

  1. Was du für einen fürsorglichen Umgang mit dir selbst brauchst.
  2. Welche Rolle der innere Kritiker dabei spielt.
  3. Wie du Selbstmitgefühl aufbaust, wenn noch nicht soviel davon da ist.
  4. Wie du in die Rolle des liebevollen inneren Erwachsenen schlüpfst.

Teile gerne hier unten in den Kommentaren, was für dich in einer Krise hilfreich war.

Alles Liebe

Claudia

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