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Viele Follower, viele Fans? Warum du Projektionen in den Sozialen Medien nicht vermeiden kannst.

Wie du aus Projektionen in Beziehungen aussteigst

… und warum du dir das nicht allzu sehr zu Herzen nehmen solltest.

Wenn neue Bekanntschaften einem Idealbild entsprechen sollen, haben wir es mit einer Projektion zu tun. Die guten Seiten im Gegenüber werden gesehen und anerkannt. Sie sind Ausdruck geheimer Wünschen und Bedürfnisse. Die negativen Seiten blenden wir aus. Wir können Projektionen weder in privaten, geschäftlichen, noch in öffentlichen Beziehungen vermeiden. Wir können nur lernen, sie anders einzuordnen.

Denn Menschen sind erstens nie so, wie wir glauben – oder es uns wünschen. Und zweitens verändern sie sich ständig. In jeder Beziehung – auch in Geschäftsbeziehungen – gibt es drei Wesen. Die beiden beteiligten Personen und die Beziehung selbst.

Wenn jemand in dir etwas anderes sieht

Wir spüren Sympathie und denken automatisch, dass das als Indikator für eine gute Geschäftsbeziehung reicht. Und im Grunde stimmt das auch, denn in jeder Beziehung steckt die Chance für Wachstum.  Wir denken, je größer die Sympathie, desto besser wird die Zusammenarbeit mit diesem Menschen.

Diese Phantasien gibt es in uns allen Und das betrifft nicht nur Liebesbeziehungen oder Freundschaften, sondern auch die Beziehung zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer bzw. Kunde und Dienstleister. Das ist einer der Gründe, warum es mir so wichtig ist, mir über meine Bedürfnisse und Absichten bewusst zu sein. Ich weiß, wie unangenehme es sich anfühlt, zwar bewundert zu werden, aber als Mensch nicht gemeint zu sein. Menschen spüren, wenn jemandes Bild an ihrer Realität vorbei geht.

Das ist vermutlich auch einer der Gründe, warum junge Stars irgendwann durchdrehen. Sie denken die Bewunderung gilt ihnen. Dabei wird meist eher die Idee oder der Lebensstil eines Menschen bewundert. Sie dienen als Vorbild dafür.

Interessant ist, dass wenn man diese Menschen auf diese Diskrepanz zwischen ihrer Wahrnehmung und der Realität hinweist, das nicht unbedingt hören wollen. Sie wollen weiter daran glauben.

Dieser Mensch sieht, was er sehen will.

Es hat nichts mit dir zu tun.

Wenn du in jemandem etwas anderes siehst

Es kann ziemlich ernüchternd sein, hinter diese Dynamik zu schauen. Wenn es so läuft, wie zuvor beschrieben, kannst du davon ausgehen, dass sich dein Geschäftspartner sehr bald in ein Wesen verwandelt, dass mit deiner Vorstellung nicht mehr viel gemein hat. Du wirst denken, dass dieser Mensch sich verändert hat – aber das hat er gar nicht. Du hast ihn nur nicht richtig gekannt.

Das Problem dabei ist, dass du diese Dynamik selbst verursacht hast.

Du hast dich in dein Bild von diesem Menschen „verliebt“. Wie gesagt, ich spreche hier von allen Beziehungsformen. Das Bild, das wir uns von einem anderen Menschen machen, hat mehr mit unseren eigenen Wünschen und Bedürfnissen zu tun, als mit der Person, mit der wir in Beziehung stehen.

Ich bin jetzt mal so frech und behaupte: Solange nicht der erste fette Streit passiert ist, seid ihr euch noch nicht richtig begegnet. Jeder hat nur sein Bild gesehen und nicht die Wahrheit über den anderen. Wenn dieser seine Aufmerksamkeit dann plötzlich zurücknimmt, glauben wir, dass wir uns in ihm getäuscht haben.

Die Täuschung liegt jedoch in dem Bild, das wir uns von ihm oder ihr gemacht haben. Es war eben nur ein Bild und nicht die Realität. Das Gefühl der Ent-täuschung ist also durchaus berechtigt. Nur hat der andere damit herzlich wenig zu tun. Wir selbst haben dieses Bild erschaffen.

Wer diese Beziehungsdynamik steuert.

Erlaubst du dir nun nüchtern auf diese Dynamik zu schauen, erkennst du, wie kindlich dieses Vorgehen ist. Wenn wir uns anderen Menschen auf diese Weise nähern, geht es meistens um tiefer liegende Bedürfnisse und Vorstellungen, die in dieser Beziehung erfüllt werden sollen. Das ist auch in Ordnung. Problematisch ist das nur, wenn wir selbst keine Ahnung davon haben, welche Bedürfnisse und Vorstellungen das sind.

Diese Bedürfnisse warten häufig schon sehr lange auf Erfüllung. Und vielleicht kam es damit immer wieder zu Enttäuschungen. Machen wir uns diese Dynamik nicht bewusst, ist die nächste bereits vorprogrammiert.

Wir können Projektionen nicht vermeiden. Mit einem klaren Blick auf diese Dynamik nehmen wir uns jedoch selbst die Illusion – bevor es andere tun. Statt darauf zu hoffen, dass jemand unsere Erwartungen erfüllt, übernehmen wir nun Verantwortung. Nicht für den anderen, sondern für unsere eigenen emotionalen Bedürfnisse.

Die Verantwortung für die eigenen Bedürfnisse zu übernehmen, ist die Basis für Freiheit.

So entzauberst du diese Dynamik.

Wenn du das nächste Mal unglücklich oder zornig darüber bist, weil ein anderer Mensch nicht deinen Vorstellungen entspricht, erlaube dir folgende Frage:

Mit wem führe ich gerade eine Beziehung?

Mit der Vorstellung von meinem Gegenüber oder mit dem Menschen, wie er wirklich ist?

Mit dieser Frage bekommst du augenblicklich mehr Klarheit. Immer wenn es darum geht, dass jemand anders sein sollte, damit du glücklich wirst, führst du eine Beziehung mit dir – oder deiner Vorstellung – und nicht mit diesem Menschen. Diese Erkenntnis ist nicht angenehm. Aber sie führt dazu, dass du Beziehungen realistischer einschätzt.

Was kann ein anderer dafür, wenn ich mir ein „falsches“ Bild von ihm mache? Wie unangenehm es für ihn oder sie sein muss, wenn ich darauf beharre, dass er genau ist, wie ich denke? Es ist nur allzu menschlich, auf diese Weise Beziehungen einzugehen. Wir kennen es nicht anders. Andere Menschen sind eine Black Box. Für uns sind immer nur kleine Ausschnitte erkennbar. In Beziehungen gibt es keinerlei Garantien.

So steigst Du aus dieser Dynamik aus.

Um aus dieser Dynamik auszusteigen, braucht es Disziplin im Denken. Es wird dir immer wieder passieren, dass ein kindlicher Anteil anderen Menschen zur Mama oder zum Papa macht. Das ist nicht schlimm und gehört dazu. An diesem Punkt beginnt Wachstum. Wichtig ist nur, dass wir es erkennen und die Verantwortung für die Wünsche dieses Anteils übernehmen.

Im Folgenden beschreibe ich den Vorgang für beide Seiten.

Diese Schritte helfen dabei:

  1. Klarheit schaffen
    Erlaube deiner Vorstellung von dem anderen Menschen ganz da zu sein. Schreibe sie auf. Wie denkst du, dass dieser Mensch sein soll. Erlaube diesem inneren Film, sich zu entfalten und bringe ihn auf Papier. Dann schaue dir das Geschriebene mit etwas Abstand an. Was zeigt die Realität wirklich? Wie nah ist deine Vorstellung von diesem Menschen an der Realität? Glaubst du, dass er jemals deiner Vorstellung entsprechen wird? Muss er das überhaupt?Wenn jemand in dir etwas Falsches erkennt, sei dir dessen bewusst. Kläre den Menschen wenn möglich auf. Ist dies nicht möglich, sorge für die notwendige Distanz. Projektionen können zu „verrücktem“ Verhalten führen. Stalking oder Mobbing sind nur ein paar Beispiele. Beides kann dir im Umgang mit Fans geschehen. Der beste Schutz dagegen, ist, dass deine Marke authentisch ist.
  1. Verhalten richtig einordnen
    Wenn du weißt, wo du dir selbst etwas vormachst, frage dich nach dem Bedürfnis, das Ursache für dein Verhalten ist. Welche Geschichte erzählt es dir, die nichts mit der Realität zu tun hat. Welchen besseren Weg erkennst du, um dir das Bedürfnis zu erfüllen?Wenn du selber zur Projektionsfläche wurdest, nimm es nicht persönlich. Dieser Mensch kann es nicht erkennen, solange ihm seine Projektion nicht bewusst ist. Er braucht sie aus irgendwelchen Gründen noch.
  1. Verantwortung übernehmen
    Wenn dir die verborgenen Wünsche und Bedürfnisse hinter eigenen Projektionen bewusst werden, erfülle sie dir auf heilsamere Weise. Es geht darum, deine Beziehungen – egal welche – aktiv zu gestalten. Aushalten ist keine Option.Wenn Du selbst zur Projektionsfläche wurdest, wird es trotz Erkennen wehtun, weil dein Bedürfnis nach „gesehen werden“ ebenfalls nicht erfüllt wird. Das Beste in einem solchen Moment ist, dich mitfühlend selbst mit diesem Bedürfnis zu „sehen“.
  1. Die Wahrheit stehen lassen
    Wenn eine Illusion bewusst wird, kann sie gehen. Das ist der beste Zeitpunkt, mit deinem Gegenüber präsent zu sein. Wenn die Beziehung auf persönlicher Ebene stattfindet, versucht gemeinsam die jeweiligen Wünsche zu verstehen und empathisch mit den Bedürfnissen umzugehen.Geht das nicht und du erkennt, dass du zur Projektionsfläche wurdest. Halte Abstand zu diesem Menschen bis er sich seiner Projektion bewusst geworden ist. Ist es ein Fan, wirst du das an seinen Kommentaren erkennen. Solange er fordert oder sich beklagt, ist sie nicht bewusst.
  1. Die Realität sein lassen
    Wenn die beiderseitigen Projektionen korrigiert wurden, erkennst du das eigentliche Potenzial einer Beziehung. Ist dann noch Interesse da, lässt sich auf dieser Basis eine langfristige (Geschäfts-)Beziehung aufbauen. Dann könnt ihr über gemeinsame Werte und Haltungen sprechen. Wie in jeder anderen Beziehung wird es hier erst richtig spannend.Begegnet dir jemand weiter mit Vorwürfen, hat er seine Projektion nicht geklärt. Das ist keine gute Basis für eine gute Geschäftsbeziehung. Trollt ein Fan weiter auf deiner Seite, blockiere ihn oder sie. Erinnere dich: Aus irgendwelchen „verrückten“ Gründen, will er so denken. Du musst dich damit nicht herumärgern. Du entscheidest, wer sich auf deiner Seite tummeln darf.

Fazit

Es ist besser davon auszugehen, dass wir nichts über andere wissen. Das bewahrt uns vor der Täuschung. Es macht neugieriger, wacher und offener für unsere Mitmenschen. Wir erfahren mehr darüber, wie er oder sie JETZT ist. Der Fokus verändert sich. Statt danach zu fragen, was wir bekommen, schauen wir darauf, wie wir uns einbringen können.

Wenn wir auf diese Weise miteinander umgehen, entsteht Nähe und die Sympathie bleibt erhalten. Vielleicht kracht es ab und zu aber das Vertrauen zueinander wächst stetig.

Für Vertrauen und echte Begegnung lohnt es sich, Illusionen aufzugeben.

Deine

Claudia

PS: Dieser Beitrag wurde am 1. Oktober 2018 überarbeitet.

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