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Selbstfürsorge als zentrale Energiequelle für dein Business

Selbstfürsorge als zentrale Energiequelle für dein Business

„Wenn dein Leben so anstrengend ist, dann nimm doch mal die Strenge raus!“

Diesen Satz hat vor Jahren eine Dame während eines Tauchurlaubes in Ägypten zu mir gesagt. Er traf mich relativ unvorbereitet aber mit einiger Verzögerung mitten ins Schwarze. Ich war schon immer eine Macherin. Ganz nach dem Motto:

Inspiriert, begeistert, machen…

Rien ne va plus

Ich schonte mich nicht, trieb mich an und riess mich zusammen, um auch über meine Grenzen hinweg arbeiten zu können. Ich bin mir ziemlich sicher, dass mich ein Therapeut damals als arbeitssüchtig eingestuft hätte. Aber bei mir war das mit allem so. Was ich begann, tat ich mit Passion. Daran ist grundsätzlich nichts auszusetzen, wenn du deine Grenzen kennst. Ich kannte sie nicht. Stattdessen orientierte ich mich an dem, was mir die Gesellschaft als Messlatte vorgaukelte. Dass es hinter den Fassaden Einzelschicksale gab, blendete ich aus.

Eines Morgens wurde ich wach und kam nicht mehr hoch. Schon seit längerem fühlte ich mich häufig erschöpft. Ich hatte zudem bemerkt, dass meine sonstige Frohnatur einer unangenehmen Reizbarkeit gewichen war. Mein Körper und meine Psyche zeigten Ermüdungszeichen, die ich weiter ignorierte. Ich musste irgendwie immer beschäftigt sein. Hier erzähle ich dir, wie ich heute aus dem Machen-Modus aussteige.

Da ich lange nicht hören wollte, landete ich irgendwann mit einem Burnout in einer Psychosomatischen Klinik. Erst hier wachte ich langsam auf und erkannte, was ich da tat.

Eine Erkenntnis, die mein Leben veränderte

Eines Morgens hatte ich mich entschieden, etwas Tai Chi im Park der Klinik zu machen. Denn das tat mir gut. Als ich damit fertig war, sah ich mich von einem tiefen Frieden beseelt um und erkannte seit langem wieder einmal die Schönheit, die mich umgab. Ich blickte auf die sanften, saftig grünen Hügel des Allgäu und mich durchschoss der Gedanke:

„Es geht gar nicht darum, dem allen gerecht zu werden …“

Bis zu diesem Tag hatte ich das ernsthaft versucht und gedacht, mit mir würde etwas nicht stimmen. Ich wollte alle Anforderungen schaffen und dachte so Ablehnung vermeiden zu können. Dass ich mich – vor allem meine zarten Bedürfnisse – auf diese Weise selbst ablehnte, wurde mir in diesem Moment bewusst.

„Es geht darum, mein Leben zu genießen!“

An diesem Tag begann eine Veränderung. Statt mit Strenge wollte ich nun mit Lebensfreude und Erfüllung an die Sache herangehen. Das war für mich, wie eine Offenbarung. Denn bis zu diesem Tag hatte ich meinen Bedürfnissen keine Aufmerksamkeit geschenkt. Ich wusste daher auch nicht, wie ich sie mir selbst erfülle. Das lernte ich in den folgenden Jahren. Dabei fand ich heraus, dass Selbstfürsorge und Selbstempathie nicht nur meine Energie aufladen, sondern auch meine Beziehungen verbessern und mein Business voranbringen.

Bedürfnisse erfüllen und mehr Energie für dein Business gewinnen

Selbstfürsorge als Energiequelle für dein Business

Das wichtigste Bedürfnis, mit dem ich in Frieden kommen musste, war Mitgefühl. Denn das hatte ich mir jahrelang vorenthalten, z. B. wenn ich trotzdem arbeiten ging, obwohl ich krank war. Mitgefühl ist das Gegenteil von Strenge, Kritik und Antreiben. Es bringt dich in Verbindung mit dem Sanften, Zarten in dir. Selbstempathie sieht und spürt liebevoll zu deinen Gefühlen hin, erlaubt dir deine Bedürfnisse und lässt dich sein. Sie ist gnädig mit dir, wenn es dir nicht gut geht und freut sich mit dir, wenn du vor Freude platzen möchtest.

In den Zeiten, in denen ich das intensiv einsetzte, war mein Business erfolgreicher. Es kamen mehr Anfragen, wenn ich mir Pausen und Urlaube gönnte. Ich konnte durch liebevolle Selbstfürsorge zudem den Wert meiner Arbeit besser wahrnehmen.

Wenn du dich dir selbst zuwendest, ist das ein Jungbrunnen für dein Business! Klick um zu Tweeten

Was ich hier beschreibe dauerte Jahre. Bis heute muss ich achtsam sein, wenn es um den Einsatz meiner Kräfte geht. Hier beschreibe ich, welche Strategien ich anwende, wenn meine Kräfte nachlassen:

1.  Auf den Augenblick besinnen.

Wenn ich achtsam bin, wechselt mein Gehirn in den wahrnehmenden Modus. Dieser Modus ermöglicht es, die Dinge im Augenblick wahrzunehmen und mehr zu genießen, was mir begegnet. Am Anfang ist oft Unruhe da. Wenn ich mich aber immer wieder neu für das Wahrnehmen entscheide, löst sich diese irgendwann auf und es bleibt Frieden. Dieser Zustand entspannt die Vorgänge im Gehirn und lässt neue Energie fließen.

2. Sanftmütig, liebenswürdig und freundlich zu sich selbst sein.

Wenn du einen Schmerz in dir entdeckst, ein unangenehmes Gefühl, ein nagendes Bedürfnis, dann braucht dies vor allem bedingungslose Annahme und Würdigung. Solange du dich gegen einen solchen Zustand auflehnst, kostet dich das zusätzliche Energie. Entspannung tritt dann ein, wenn du den Widerstand aufgibst und dich fürsorglich dem zuwendest, was da gerade Aufmerksamkeit benötigt.

3. Ehrlich zu sich sein.

Solange ich mich noch an den Anforderungen der Gesellschaft orientiert habe, dachte ich, dass ich nur besser – stärker, vitaler oder fleißiger – sein müsste, um endlich mit dieser mithalten zu können. Wenn ich schwächelte erzählte ich mir, dass ich es schon schaffen würde. Das führte dazu, dass ich innerlich verödete. Die Lebendigkeit zog sich immer mehr zurück. Erst als ich vor mir selbst eingestand, dass ich dieses Pensum nicht schaffe, ohne krank dabei zu werden, löste sich etwas in mir. Je ehrlicher ich zu mir bin, desto klarer wird mir, was eine Situation wirklich erfordert.

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4. Auf Stimmigkeit achten.

Das war und ist bis heute der wichtigste Schritt. Stimmigkeit ist das Gefühl, was sich einstellt, wenn ich mit mir in Übereinstimmung lebe. Was geschehen ist, wenn ich das nicht tat, kannst du hier nachlesen. Ich kann dieses Gefühl nur dann wahrnehmen, wenn ich mit mir wirklich in Kontakt bin. In dieser turbulenten, schnellen Welt kann das eine Herausforderung sein.

Für das eigene Business ist Stimmigkeit essentiell. Sie ist dein innerer Kompass, der dir für dein Business den Weg zeigt. Damit du ihn nutzen kannst, brauchst du Vertrauen in deine Wahrnehmung. Sie hilft dir herauszufinden, welcher der vielen Wege für dich in Frage kommt. Mit welchen Menschen du kooperieren willst. Mit welchen Kunden du arbeiten willst…

Herzlichst

Claudia

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4 Kommentare Neues Kommentar hinzufügen

  1. Liebe Claudia,

    von Herzen Dankeschön für diesen sehr persönlichen Einblick in deine Vergangenheit. Dein Weg, der dich bis hierher geführt hat, hat mich tief berührt. Perfekt unperfekt sein, alle Ecken und Kanten auch an sich selbst annehmen und wertschätzen ist ein so befreiendes Gefühl.

    Ich bin so glücklich dich gefunden zu haben.

    Ganz herzliche Grüße und bis bald,
    Carina

    1. Liebe Carina,

      ja, das ist ein befreiendes Gefühl. Was mir daran gefällt ist, dass es so echt und unverfälscht ist, einfach nur zu sein und sich nicht mehr nach irgendwelchen erdachten Idealen richten zu müssen. Das hinterlässt bei mir auch ein Gefühl von Souveränität und dem Leben gewachsen sein.

      Ich freue mich, dass ich Dich mit meinem Beitrag berühren konnte. Schön, dass es Dich gibt und Du mir begegnet bist.

      Ganz liebe Grüße und bis bald
      Claudia

  2. Andrea sagt:

    Liebe Claudia,
    „Sei sanftmütig, liebenswürdig und freundlich zu dir“ – ja aber…
    wenn ich das grade nun mal nicht sein kann? Wenn ich garstig und unfreundlich mit mir bin und mich grad völlig bescheuert und falsch fühle? Muß ich nicht genau diese Seite von mir auch annehmen? Zuerst diesen Teil, der rummeckert und verurteilt?
    Und wenn ich den trotz der Garstigkeit liebe…dann wird er vll. stiller?

    LG
    Andrea

    1. Liebe Andrea,

      danke, dass Du Deine Gedanken hier teilst. Das ist sehr mutig.

      Ich meine es so, dass wir gerade diese garstigen, motzigen Teilen liebenswürdig begegnen sollten. Ich stelle mir diese Anteile immer als Comic-Figuren vor. Häufig sehen sie ziemlich schräg aus. Dann gebe ich ihnen die Erlaubnis, sich mal so richtig auszumotzen und versuche sie nicht zu begrenzen. Meistens sind sie nach einer kurzen Motztirade ganz verdutzt und schauen mich ungläubig an. Dann muss ich meistens ziemlich lachen. Genau in diesem Moment ist meistens Frieden in mir 😉

      Wenn du also das nächste mal bemerkst, dass Du garstig mit Dir bist und rummeckerst, stelle dir diesen Teil, der so herum zetert doch mal bildlich vor und lasse ihn sich mal so richtig auskotzen vor Dir. Ich würde mich total freuen, wenn Du mir dann erzählst, welche Erfahrung Du gemacht hast. Ich bin gespannt.

      Vielleicht noch ein Gedanke. Du bist nicht dieser garstige Teil, sondern er ist Teil von Dir. D. h. wenn du in diesen Momenten in die Position des liebevollen Beobachters gehst, bist Du nicht mehr mit dem garstigen Teil identifiziert.

      Ganz liebe Grüße
      Claudia

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