Sichtbar werden – Eine Prüfung in Authentizität und innerer Stärke.

Sichtbar werden – Eine Prüfung in Authentizität und innerer Stärke.

Kommentare

  
  1. Carolin sagt:

    Ganz herzlichen Dank, liebe Claudia!

    Ich las deine Zeilen wieder so gerne – es gibt in der Tat wenige „Blog-Impulse“ (ich schreibe „Blog“ auch wenn ich weiß, dass dein Wirken & Schaffen ja viel mehr beinhaltet), die mir so viele Aha-Momente bescheren.
    Es stimmt: Um mit beiden Beinen, weitem Herzen, Vertrauen und Offenheit in der Öffentlichkeit zu stehen, sollte meine Persönlichkeit gefestigt sein. Ich sollte wissen wie ich ticke – mit Ecken, Kanten und tatsächlich insbesondere den eigenen verletzlichen Seiten.
    Schön und passend finde ich auch deine „Definition“ von Authentich-Sein: eben nicht alles & alles überall raushauen und jeden mit seiner Wahrheit beglücken, sondern fein hinschauen- und spüren, was konkret ich (mit) teilen möchte.
    In einem meiner Artikel, in dem es um das Schreiben und sich Offenbaren ging, hieß es:
    „Es wird immer Menschen geben, die dich oder das was du machst kritisieren, aus verschiedensten Gründen. Je mehr du von dir selbst zeigst, je mehr Aufmerksamkeit du auf dich ziehst und Veränderungen in dein Leben bringst, umso mehr wirst du auch kritisiert werden. Ich möchte gerne offen und berührbar bleiben für das, was andere mir aufzeigen, mir spiegeln. Gleichzeitig möchte ich auch zu mir stehen, weitergehen und unterscheiden lernen, wann eine Reaktion wirklich mit mir zu tun hat, ich etwas lernen soll, und wann es doch mit dem So-Sein des anderen zu tun hat, er etwas lernen darf. Veränderungen, die ich initiiere, rütteln auch stets an den Grenzen des anderen, an seinem Lebensmodell.“
    Dadurch dass ich meiner Schreib-Leidenschaft nachgegangen bin und meine Gedanken und Ideen in meinem Blog und auch im compassioner preisgebe, bin ich insgesamt viel mutiger geworden. Ich freue mich über Resonanz, den Austausch mit anderen und auch das Kennelernen neuer Menschen auf digitalem Wege. Gleichzeitig ist dieser Weg, so mein Erleben – direkt kommunziert wird mir das gar nicht immer, für Menschen, die mich schon lange kennen, auch befremdlich. Doch ich spüre: Ich bin hier richtig. Und gehe weiter.
    Kannst du mir sagen, woran es liegt, dass ich, je sichtbarer ich werde, auch immer mehr zur Projektionsfläche, auch für die Schattenseiten des anderen werde? Vielleicht auch, da Stärke und Selbstbewusstsein oft als Überheblichkeit gedeutet wird?
    Würde mich riesig über Resonanz freuen, gerne auch von anderen:-)!

    Alles Liebe zu dir & deinen Lesern,
    Carolin

    • Liebe Carolin,

      vielen Dank für deine Zeilen. Zunächst einmal vorab. Ich mag sehr, wie du schreibst. Besonders dein vorletzter Artikel hat mich berührt. Wie stark du warst in deinem Schmerz und wie wunderbar ihr mit der Situation umgegangen seid. Mich hat das tief beeindruckt, dass du die Compassioner-Leser an der Sterbebegleitung deiner Mama hast teilhaben lassen. Für meine Leser, hier ist der Artikel nachzulesen: https://compassioner.com/allgemein/erfahrungsbericht-sterbebegleitung-kommunikation-der-besonderen-art/

      Nun zu deiner Frage. Ich habe ein bisschen damit herumexperimentiert, wann Projektionen geschehen. Du weißt, ich zeige hier viele meiner Schwächen und Misserfolge. Das müsste normalerweise dazu führen, dass weniger Projektion stattfindet. Tut es aber nicht. Denn wenn ich meine Schwächen okay finde und sie offen zeige, erreichen sie ja auch jemanden, der dies vielleicht in sich noch nicht so okay findet. Vielleicht gibt es in ihm dieselbe Schwäche und er lehnt sie noch sehr stark ab. Das wäre dann die negative Projektion. Ein anderer hat vielleicht schon akzeptiert, dass er eine Schwäche hat und hat das Ziel so damit umzugehen, wie du. Hier wird dann eher Bewunderung da sein. Was ich damit sagen will. Wenn du dich authentisch zeigst, wirst du mehr polarisieren. Das ist eine der Wachstumsaufgaben, die ein authentischer Auftritt mit sich bringt.

      Arrogant und überheblich ist eine Bewertung des anderen (oder eine vermutete Bewertung in dir). Ich prüfe in solchen Fällen, ob es in mir eine Angst oder Ablehnung dagegen gibt, über andere hinauszuwachsen. Was sowieso nie voll umfänglich geschieht, sondern meist nur in einem Bereich.

      Ich hoffe, das hilft dir ein bisschen…

      Alles Liebe und Gute
      Claudia

  2. Carolin sagt:

    Liebe Claudia,

    das hilft mir sowas von weiter:-)! Und macht für mich Sinn! Danke herzlich, deine Zeilen bezüglich des Projizierens werde ich mir in meinen Aufzeichnungen hinterlassen und sicher noch einige Male durchlesen.
    Danke auch dafür, dass du meinen Artikel über die letzten Tage mit unserer lieben Mutter hier geteilt hast! Das Veröffentlichen kam – wie sagt man: eine Not zur Tugend machen? – vor allem dadurch zustande, dass ich in besagter Zeit keinen Nerv für einen „Compassioner-Kommunikations-Artikel“ hatte und dann dieser Artikel „herhalten musste“. Im Nachhinein sicher gut so.

    Hab‘ s gut, du. Ich grüße!

    Carolin

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