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Zu spitz positioniert? Warum eine Marke Raum braucht.

Jeder Mensch möchte wissen, wer er ist – oder sein will. Dasselbe gilt für Menschen, die im Namen einer Marke aktiv werden. Wissen sie nicht, für was eine Marke steht, ist das Wirken auch innerhalb des Unternehmens unklar und wenig fokussiert. Ist eine Marke zu spitz positioniert, gibt es zu wenig Entfaltungsraum.

Die Marke kann sich nicht entfalten. Ihr Wachstum stoppt, weil etwas Wesentliches fehlt. Sie muss so weit gefasst sein, dass Ressourcen und Potenziale umfassend gelebt werden können. Dabei ist sie Richtung weisend und macht das Wesentliche sichtbar.  Das Unwichtige tritt zurück und kann losgelassen werden. So trägt sie auch zum Vereinfachen des Business bei.

Eine gute Positionierung lässt der Marke Entwicklungsspielraum. Klick um zu Tweeten

Ist die Positionierung zu spitz, die Nische zu eng, kommen wesentliche Markenbestandteile nicht zur Geltung. Die Markenbotschaft bleibt unvollständig und wird entweder nicht oder nur teilweise verstanden. Deshalb geht es bei der Markenentwicklung immer auch darum, eine Nische zu definieren, die alle Kernkompetenzen umfasst. Nur so können sich darunter alle wichtigen Potenziale, Ressourcen entwickeln und nach außen sichtbar werden.

Merkmale, dass deine Marke zu eng gefasst ist

Ich habe diese Erfahrung immer wieder gemacht – vor allem dann, wenn ich versucht habe, mich selbst zu erfassen. Es braucht Abstand zu sich selbst und dem eigenen Wirken, um bei der Positionierung klar zu sehen. Mit professioneller Unterstützung geht das deutlich besser, weil andere besser erkennen können, wo das Besondere in deiner Arbeit liegt.

Hieran erkennst du, dass deine Marke dir nicht genügend Raum lässt:

  • Es fühlt sich nicht stimmig an.
  • Du kommst nicht zur Ruhe, weil irgendetwas fehlt.
  • Dir gehen die Ideen für neuen Content aus.
  • Du fühlst dich zerrissen und beginnst mehrere Parallelwelten aufzumachen.
  • Du scannst die sozialen Medien ab nach Weiterbildungen, wie du deine Angebote besser vermarkten kannst. Aber keines holt dich richtig ab.
  • Du hast nicht den Erfolg, den du mit deiner Expertise haben könntest.
  • Dein Business strengt dich an oder macht keinen Spaß mehr.

Wer hier vorschnell nach Strategien sucht, verläuft sich. Strategien machen erst Sinn, wenn deine Marke in einer Nische ihren inspirierenden Raum gefunden hat. Hier erzähle ich dir, wie du eine erfolgreiche Positionierung noch ruinieren kannst.

Positionierung ist ein Prozess!

Dabei ist die Marke selbst kein statisches Gebilde. Sie wächst mit deiner und der Entwicklung deines Unternehmens mit. Sanfte Markenführung – besonders bei Personenmarken – schließt die Entwicklung der Persönlichkeit mit ein. Und manchmal setzt sie diese erst in Gang. Bietet die Markendefinition genügend Raum, kommen plötzlich Ressourcen zum Vorschein, die sich zuvor nicht zeigen konnten. Nicht immer geschieht das auf angenehme Weise. Dann machen sie mit Schmerz deutlich, dass die Marke eine Erneuerung benötigt.

Es kann sehr verwirrend sein, wenn du immer wieder den Faden verlierst. Es will dann keine Ruhe in dir einkehren. Du findest Nischen, die in Frage kommen. Aber bereits nach kurzer Zeit fühlen sie sich nicht mehr stimmig an. Positionierung ist immer auch ein Wandlungsprozess. Um da die Orientierung nicht zu verlieren, braucht es von Zeit zu Zeit einen Blick von außen.

Vor einigen Jahren ging es mir nicht anders. Ich spürte, dass ich ganz nah dran bin. Ich konnte es fühlen aber nicht in Worte fassen. Ich suchte nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner, aber ich fand ihn damals alleine nicht. Das hat mir keine Ruhe gelassen. Deshalb habe ich mir Unterstützung geholt, um meine beiden Projekte leichter unter einem Dach abzubilden. Heute fällt es mir leichter, weil ich an meiner Positionierung immer dranbleibe.

Der eigene Weg ist Teil der Markengeschichte

Warum ich zwar über 30 Jahre Marken- und Marketingerfahrung habe, dies aber lange Zeit nicht mit in meine Arbeit hinein nahm, kann ich mir nur so erklären. Ich habe in wenigen Jahren hintereinander vier Insolvenzen erlebt – drei als Angestellte bei Agenturen und Unternehmen. In der Agentur war ich als CFO und Kontakterin tätig, in einem Start-up als Projektmanagerin für Onlineshops – im Grunde ebenfalls Kontakterin. In dem dritten war ich als Produktmanagerin für Videospielezubehör für eine englische Firma im Einsatz. Keines dieser Unternehmen hat es geschafft.

Die darauf folgenden Ereignisse waren nicht weniger bewegend. Ich dachte der Pleitewelle zu entkommen, wenn ich dem Marketing den Rücken kehre. Aber 2004 folgte die vierte Pleite – diesmal meine eigene. Diese Erfahrungen haben mich so tief geprägt, dass sie heute einen wichtigen Markenbestandteil bildet. Es war dieser Schmerz, der mich veranlasste mein Business mehr mit Gespür zu führen.

Dieses Gespür macht sanfte Markenführung aus.

Der Schritt in die Öffentlichkeit

Es hat fast zwei Jahre gebraucht, bis ich mich mit diesem Teil von mir in die Öffentlichkeit wagen konnte. Ich musste erst noch einmal zurück, um zu verstehen, wie es dazu kommen konnte. Meine Erkenntnisse dieses Prozesses werde ich in der nächsten Zeit hier teilen. Vorher möchte ich dir aber noch Fragen mit auf den Weg geben, die dir helfen zu erkennen, dass deine Marke nicht genügend Raum hat.

Wichtige Fragen bevor du über Strategien nachdenkst:

  1. Macht dein Business Spaß und ist es belebend?
  2. Erlaubt deine Positionierung dir und Deiner Marke, sich voll zu entfalten?
  3. Finden deine Kernkompetenzen – die Fähigkeiten, die dich beleben – eine große weite Spielwiese vor? Oder ist es eher ein kleines enges Irgendwas?
  4. Regt deine Positionierung deine Fantasie an und hast du genügend Ideen, wie du deine Marke mit Leben füllst?

Für mich ist eine Positionierung dann stimmig, wenn sie sich ein bisschen zu groß anfühlt, dabei aber inspiriert und beflügelt. So fordert sie dich heraus und weckt schlafendes Potenzial. Markenentwicklung ist gerade bei Personenmarken ein tief greifender Prozess, der dich als ganzen Menschen herausfordert.

Wie viel Raum zur Entfaltung hat deine Marke?

Herzlichst

Claudia

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2 Kommentare Neues Kommentar hinzufügen

  1. Danke für deine bildhafte Beschreibung und das Teilen deiner eigenen Erlebnisse und Erfahrungen, Claudia. Sehr inspirierend sind deine Fragen. Und für mich das Sahnehäubchen: „Für mich ist eine Positionierung dann stimmig, wenn sie sich ein bisschen zu groß anfühlt, dabei aber inspiriert und beflügelt. So fordert sie dich heraus und weckt schlafendes Potenzial.“

    Lieben Gruß, Andrea

    1. Liebe Andrea,

      vielen Dank für Deine Worte. Ich freue mich sehr, dass Du Dich davon angesprochen fühlst. Dieser Artikel ist sehr persönlich. Da ist es noch einmal wertvoller, wenn eine solche Rückmeldung kommt. Das motiviert mich.

      Liebe Grüße
      Claudia

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