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Die Angst vor Sichtbarkeit achtsam meistern und deine Botschaft in die Welt bringen.

Angst vor Sichtbarkeit

Wenn du eher introvertiert oder etwas schüchtern bist, aber eine starke Botschaft in die Welt bringen willst, kann die Angst vor Sichtbarkeit eine große Herausforderung sein. Sichtbarkeit erfordert volle Präsenz mit deinem Thema – nicht unbedingt laut, aber so, dass du in Erinnerung bleibst. Wenn du hier zögerst, deinen Raum einzunehmen, bleibst du unter deinen Möglichkeiten.

Ursachen für die Angst vor der Sichtbarkeit

Ich weiß hier sehr wohl, wovon ich spreche. Für mich war und ist es eine der größten Herausforderungen als Unternehmerin. Wie viele in unserer Gesellschaft habe ich gelernt, wenig Raum zu beanspruchen. Ich bin in einer Zeit groß geworden, in der man Kinder sehen, aber nicht hören durfte. Widerworte wurden bestraft. Eine eigene Position zu einem Thema einzunehmen, war nicht erwünscht. Eigensinn stand nicht besonders hoch im Kurs. Kind zu sein in den 70ern oder 80ern bedeutete, sich anzupassen, möglichst wenig aufzufallen und unter dem Radar her zu fliegen.

Aber auch wenn du nicht in dieser Zeit groß geworden bist, kann Sichtbarkeit in dir ähnliche Ängste hervorrufen. Wir sind soziale Wesen und wollen dazugehören. Der Ausschluss aus der „Sippe“ ist mit Urängsten belegt. Es hat Zeiten gegeben, in denen Menschen auf sich allein gestellt starben. Für sie war Zugehörigkeit existenziell. Vermutlich ist diese Information immer noch in unseren Genen gespeichert.

Ein weiterer Grund kann sein, dass es deiner Persönlichkeit nicht entspricht, im Vordergrund zu stehen. Vielleicht liegt deine Stärke eher in einem Bereich, der gerade die Stille braucht, um sich vollständig entfalten zu können.

Jeder dieser Gründe ist nachvollziehbar und erfordert Einfühlung.

Und doch will deine Botschaft in die Welt!

Die Angst vor der Sichtbarkeit überwinden

Ich bin einen langen Weg dafür gegangen, um mich Stück für Stück aus meiner inneren Enge zu befreien. Wenn du früher jemanden gefragt hättest, hätte mich jeder als mutig bezeichnet. Aber das war nur Fassade. Innen drin hatte ich Angst davor, dass man mein ängstliches Ich entdeckt. Ich selbst habe es als Schwäche gewertet. Erst der Mut, öffentlich zu dieser Furcht zu stehen, hat eine langsame Veränderung in Gang gesetzt.

Gerade als UnternehmerIn dürfen wir diese Ängste nicht ignorieren. Du glaubst nicht, wie oft ich von gestandenen Unternehmern (f/m) höre: „Ich habe Angst alles zu verlieren, wenn ich meinen Weg bedingungslos gehe.“ Deshalb ist für mich sehr wichtig, warum jemand der Sichtbarkeit ausweicht. Nicht jeder sollte den Aufforderungen folgen und „muss Facebook-Live“ machen, um erfolgreich zu sein.

Ist seine Zurückhaltung Teil seiner Persönlichkeit? Dann kann es sogar wichtig sein, genau diesen Aspekt in der Markenbildung hervorzuheben. Oder geht es um ein anerzogenes Verhalten? Dann geht es eher darum, sich Schritt für Schritt der Herausforderung zu stellen und mehr Raum für sich zu beanspruchen. Dieser Raum kann dann leichter mit der eigenen Botschaft gefüllt werden.

Dein Start in die Sichtbarkeit

Aber wo beginnt diese schrittweise Reise in die Sichtbarkeit. Und welche Schritte sind dabei zu nehmen? Wo kannst du mit der Umsetzung beginnen? Diese Fragen sind nicht mit einer einzigen Lösung zu beantworten. Denn jeder Mensch steht an einem anderen Punkt auf dieser Reise.  Es geht vielmehr darum, deinen Startpunkt richtig wahrzunehmen bevor du dich in das Getümmel stürzt.

Damit du einschätzen kannst, wo du dich befindest, habe ich die 10 Schritte für dich aufgeführt, die ich bei mir oder bei Kunden beobachtet habe. Manche Etappe wird kein Thema mehr für dich sein, weil du sie schon genommen hast. Bei anderen wirst du mehrfach Anlauf nehmen müssen und vielleicht sogar auf vorherige zurückfallen. Versuche es bitte einfach weiter. Jeder Schritt hat seine Zeit. Das Geheimnis liegt darin, nicht aufzugeben.

In 10 Schritten die Angst vor Sichtbarkeit meistern

1. Schritt – Das Bedürfnis nach Erweiterung des eigenen Raums wahrnehmen

Die Bedürfnisse nach Ausdehnung, Mitteilen und einer größeren Wirksamkeit beim Umsetzen deiner Vision sind mit diesem eng verknüpft. Wenn deine Botschaft wichtiger wird, als die Angst vor Ablehnung, wird sich dieses Bedürfnis von allein zeigen, meist durch ein unangenehmes Gefühl von Enge.

2. Schritt – Diesem Bedürfnis immer mehr Ausdruck verleihen.

Du machst dich bereit für den nächsten Schritt, wenn du das Bedürfnis nicht nur wahrnimmst, sondern mit wertschätzenden Menschen darüber sprichst. Sie werden dir Mut machen, dich weiter vorzuwagen.

3. Schritt – Die eigene Botschaft als wichtig anerkennen.

Bei diesem Schritt geht es darum, deine Bewertungen zurückzunehmen. Selbstverständlich ist deine Message wichtig, auch wenn du dir da nicht so sicher bist. Wenn du ein wichtiges Problem mit deiner Arbeit löst, gibt es Menschen, die deine Lösung brauchen und wollen.

4. Schritt – Den Nutzen deiner Botschaft für andere erkennen.

Wenn du diesen Menschen gut zuhörst, erkennst du den Nutzen deiner Arbeit in vielen verschiedenen Facetten. Das hilft dir dabei, ihn noch genauer zu formulieren. Je besser du ihn beschreiben kannst, desto leichter wird es, damit nach außen zu gehen. Übung und positive Rückmeldungen machen dich mutiger.

5. Schritt – Die Konsequenzen realisieren, wenn du deine Botschaft zurückhältst.

Es ist nachvollziehbar, wenn du trotzdem zögerst, denn es gibt immer Menschen, denen etwas nicht passt. Vielleicht bist du verunsichert, weil Mitbewerber dich kritisch beobachten. Oder du hast nicht nur positives Feedback, sondern auch ein paar negative Kritiken erhalten. Bleibst du hier stehen, wählst du einen Platz in der zweiten Reihe. Verdeutliche dir, was das für dich und dein Business konkret bedeutet.

6. Schritt – Dich der Angst vor Ablehnung stellen.

Meiner Erfahrung nach können wir die Angst vor Ablehnung nicht beseitigen. In schwachen Momenten wird sie wieder anklopfen. Wir können sie jedoch nutzen, um unser individuelles Wachstum zu steuern. Ich stelle mir Ängste immer als Kinder vor, die beschützt werden wollen. Damit ist es leichter, bewusst Verantwortung zu übernehmen und den ängstlichen Teil an die Hand zu nehmen. Der Vorteil dieses Vorgehens ist, dass du deine Ängste nicht verdrängst und über deine Grenzen hinweggehst, sondern sie liebevoll einbeziehst.

7. Schritt – Dich konsequent für ein stärkendes Umfeld entscheiden.

In diesem Schritt lenkst du deinen Fokus auf Wachstum. Es ist nicht hilfreich, Zeit mit Menschen zu verbringen, die in ihren Ängsten verharren. Auch nicht mit solchen, die deine Ängste abwerten oder dich zu sehr pushen. Du brauchst Menschen, die dich verstehen und stärken – solche, die diese Hürden schon genommen haben.

8. Schritt – Den Weg trotz Ablehnung weitergehen.

Manchmal sind wir trotzdem allein mit unserer Idee. Es kann Phasen geben, in denen niemand Verständnis für deinen Weg aufbringt. Manchmal ist das ein Spiegel der eigenen inneren Verwirrung. Nicht jeder Weg, der sich richtig anfühlt, kann bewusst begründet werden. Hier angekommen hast du jedoch genügend innere Kraft aufgebaut, um trotz äußerer Ablehnung weiterzugehen. Es stärkt dich, wenn du hier zurückschaust und anerkennst, was du schon geschafft hast.

9. Schritt – Eine gute Strategie und die richtigen Instrumente wählen

Es gibt zig Wege, sichtbar zu werden. Welcher zu dir passt, hängt stark von deiner Persönlichkeit ab. Experimentiere ruhig ein bisschen damit herum, um die richtigen Instrumente bestimmen zu können. Mit meinem Strategie-Kompass findest du leichter heraus, welche Contentmarketing-Strategie am besten zu dir passt.

Was geschieht, wenn das Image nicht der Persönlichkeit entspricht, erfährst du hier.

10. Schritt – Deine Botschaft in die Welt bringen und die volle Bühne nutzen.

Je mehr du dich mit dem Kernproblem deiner Kunden auseinandersetzt und deine individuelle Lösung darauf abstimmst, desto sicherer wirst du. Du erkennst, dass da etwas in dir geschlummert hat, wovon die Welt unbedingt erfahren sollte. Diese innere Überzeugung hilft dir, deinen Raum voll einzunehmen – unabhängig davon, ob du Ablehnung erntest.

Im richtigen Tempo sichtbar werden

Keiner dieser Schritte sollte ausgelassen werden, es sei denn, du beherrschst ihn bereit. Es kann zu Wiederholungen kommen. Das erfordert Ehrlichkeit dir selbst gegenüber. Wer zu schnell vorwärts geht und Schritte überspringen will, geht über sich selbst hinweg. Meine Insolvenz in 2004 war die Folge einer solchen „Abkürzung“. Ich musste noch einmal von vorn anfangen und jeden dieser Schritte noch einmal nehmen, um mir eine solide Basis zu schaffen.

Deshalb finde ich manchen Ratschlag in den Sozialen Medien höchst bedenklich. Natürlich ist es wichtig, dass du den Nutzen deiner Arbeit kommunizierst. Die Menschen sollten von deiner Botschaft erfahren, wenn sie bedeutsam ist. Aber das muss nicht immer laut geschehen? Es ist durchaus möglich, leisere Wege zu gehen. Damit dein Weg in die Sichtbarkeit entspannt gelingt, solltest du dein Tempo selbst bestimmen. Lass‘ dich zu nichts drängen. Du spürst selbst am besten, wann du bereit für den nächsten Schritt bist. So dehnt sich dein innerer Raum aus, ohne dass deine Angst übermächtig wird.

Das bedingungslose JA zu deiner Aufgabe

Es ist ein unternehmerischer Reifeprozess, sich ganz der eigenen Aufgabe oder nennen wir es „der Botschaft, die du für die Welt hast“ zu verschreiben. Schritt für Schritt entdeckst du darin deine Einzigartigkeit und den Wert für andere. Negative Bewertungen haben nicht mehr dasselbe Gewicht. Du schätzt konstruktives Feedback von Menschen, die selbst Erfahrungen damit haben und sich wirklich ein Urteil erlauben können. Ich habe für mein erstes Videointerview einige Kritik geerntet. Keine davon kam von einem Menschen, der selbst Interviews durchführt. Hätte ich mir diese Kritik zu sehr zu Herzen genommen, wäre vermutlich kein weiteres Interview veröffentlicht worden. Ich habe mir die Kritik angehört und das, was für mich Sinn in den folgenden Interviews verbessert.

Die Bereitschaft Fehler zu machen und zu lernen reduziert die Angst vor der Sichtbarkeit genauso wie das Bewusstsein über den Wert der eigenen Botschaft.

Welche Erfahrungen hast du mit Sichtbarkeit gemacht? Teile gerne deine Erfahrungen unter diesem Beitrag.

Alles Liebe

Claudia

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